Dienstag, 16. Dezember 2008

China - China schmiert ab II

Wie war das? Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Wer besser lesen kann, was ist mit dem? Steigerung von Superlativen? Sei es drum.

Also, wenn ich mir die Entwicklung so anschaue, würde Frau Angela Merkel (CDU) gut in die chinesische Regierungsspitze passen. Gleiche weltmeisterliche Exportüberschüsse, gleiches zögerliches Verhalten. Gleiche Ahnungslosigkeit?

Lassen Sie sich bitte das folgende Zitat aus der Deutschlandausgabe der Financial Times (FTD) auf der Zunge zergehen:

" Die Regierung hat aber offenbar gelernt. Anders als damals reagiere die Führung diesmal schnell und in Form einer Kampagne, so die Morgan-Stanley-Experten: "Ganz offensichtlich wird die Regierung alles daransetzen, das Wachstum auf einem akzeptablen Niveau zu halten." In diesem Jahr werde die Regierung ihr Ziel von 4,5 Prozent Arbeitslosigkeit zum Jahresende noch erreichen, sagte Vize-Sozialminister Zhang Xiaojian. "Doch nächstes Jahr wird die Zahl mit Sicherheit steigen." Die Dunkelziffer ist ohnehin viel höher, da Wanderarbeiter in den Statistiken gar nicht erfasst sind.

Aus Exportstandorten wie der Provinz Guangdong sind Hunderttausende Migranten in ihre Heimatregionen zurückgekehrt, weil es für sie keine Arbeit mehr gab. Viele Fabriken schlossen oder fuhren den Betrieb auf ein Minimalmaß herunter. "Die Industrieproduktion könnte im Dezember noch einmal niedriger ausfallen, weil Fabriken zunehmend auf die schwache Weltnachfrage mit Produktionsstopps reagieren."

Und ein Ende ist noch nicht absehbar.
"

Wahrhaft interessanter Text der Financial Times Deutschland. Steht doch da am Anfang des Zitates "Die Regierung hat aber offenbar gelernt". Dem Text folgt dann eine Situationsbeschreibung, bei der sich mir folgende Frage aufdrängt: Was hat die Regierung gelernt? Etwa noch schlimmeres zu vermeiden? Dann hätten Schritte beschrieben werden müssen. Aber welche Schritte...?

Bei Texten über China muß man vorsichtig sein, was man schreibt, um wieder ins Land gelassen zu werden. Da ich in dieser Hinsicht keinerlei Ambitionen hege, kann ich mir das erforderliche Quentchen Offenheit leisten. Lange Rede, kurzer Sinn für den halbkryptischen Text: Die Antwort lautet wohl eher, dass die chinesische Regierung so gut wie nichts dazu gelernt hat. Wie auch? So ist das mit verquerem "Zeugnisdeutsch".

So schreibt die FTD weiter:
" Mit dem Einbruch der Rohstoffpreise und der Industrie kommen nun auch in China Deflationsängste auf. Die Rezession in den drei großen Wirtschaftsräumen USA, Euro-Zone und Japan hätte das Problem der Überkapazitäten der Industrie verschärft, schreibt Morgan Stanley. Das schränke die Preismacht deutlich ein. "Unter der Oberfläche braut sich ein gewaltiger Deflationssturm zusammen." Zuletzt lag die Teuerungsrate nur noch bei 2,4 Prozent, gegenüber acht Prozent Mitte 2008. "

Man kann nur immer wieder wiederholen, dass es die Exportnationen besonders hart trifft, da wegen des Exportausfalles die bislang exportierte Arbeitslosigkeit wieder reimportiert wird. Was sich auf die schwachen Binnenwirtschaften der beiden Staaten besonders negativ auswirken muß. Aua kann ich da nur sagen.

Doch es gibt einen kleinen Unterschied. Der Sozialstaat wurde in unserem Lande nicht vollends abgeschafft. Das erweist sich jetzt als Glücksfall. Das fast ruinierte soziale Sicherungssystem fängt in Deutschland den Fall ins Bodenlose auf. Preisfrage: Gibt es so etwas in China überhaupt? Wohl eher nicht. Somit dürfte es kaum eine Frage der Zeit sein, bis Wanderarbeiteraufstände erste Schatten auf das Großreich der "Mitte" werfen.

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Samstag, 13. Dezember 2008

China - auch China schmiert ab

Um es kurz zu machen, wer den chinesichen Machthabern deren Zahlen ungeprüft abgenommen hat, ist selber schuld.

Heute möchte ich mich erstmalig der wirtschaftlichen Seite Chinas zuwenden. Warum? Bislang war eine ernsthafte Diskussion über die chinesische Binnenwirtschaft nur eingeschränkt möglich. Alles, was in den Medien steht, ist immer unter dem Aspekt chinesischer Propaganda zu lesen. Was die Onlineausgabe der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ online) jetzt aber schreibt, ist schon ein Pfund und ein Weblogeintrag wert, denn es kommen recht praxisnahe Zahlen auf den Tisch.

Ich zitiere:

"Chinas Wirtschaft droht eine «harte Landung»

Unerwartet schlechte Handelszahlen – Partei will Nachfrage stärken

pfi. Peking, 10. Dezember

Chinas Wirtschaftsexperten waren am Mittwochabend für einmal praktisch einhellig erstaunt. Hatte der Wert von Chinas Exporten im Oktober noch um 17,9% über demjenigen des Vorjahresmonats gelegen, so soll er im November nun zum ersten Mal seit sieben Jahren absolut zurückgegangen sein, und zwar um gleich 2,2%. Die Konsens-Erwartung von Ökonomen hatte auf einen Anstieg von 15% gelautet. ... . Noch drastischer, und zwar um 17,9% gegenüber dem Vorjahresmonat und um 19,5% gegenüber dem Vormonat, ist der Wert der Einfuhren eingebrochen. Das dürfte zu einem guten Teil mit dem Rückgang der Rohstoffpreise zu erklären sein, aber nicht nur. Chinesische Unternehmen haben in Erwartung einer weiter sinkenden Nachfrage offenbar schnell damit begonnen, ihre Einkäufe und ihre Produktion herunterzufahren. Darauf deutet auch der Energieverbrauch, der gegenüber dem Vorjahresmonat um 7% eingebrochen sein soll.
"

In China wird nur das zugegeben, was so gut wie offenkundig ist. Meine Lesart ist: In China, da brennt es. China ist genauso wie die USA betroffen. Nur das mit dem Verstaatlichen wird nicht so exzessiv werden, da in China noch vieles in der Hand der chinesischen Oberschicht [meist Parteinomenklatura wie in allen sozialistischen Ländern] ist. Von Staatsmacht zu reden, ist nur vordergründig richtig.

Egghat wies bereits Anfang des Monats auf den Abwärtstrend in China hin: Er berichtete über die wohl offen zugänglichen Immobilienpreise in Shanghai, China. Aber auch hier spielen die chinesischen Machthaber wieder das Kapitän-der-Titanic-Spiel. Vor uns ist nur ein kleiner Eisberg (der Rest ist unter Wasser, Pech gehabt)....

Mir tut nur das chinesische Volk leid, das immer mehr Hunger leiden muß.

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Mittwoch, 10. Dezember 2008

Mehrwertsteuer absenken - Unsinn, Teil II

Bezug: Teil 1 (vorangegangener Weblog-Eintrag)

Was les' ich bei Telepolis (Artikel ist vom 8. Dezember):

"Noch ist es freilich zu früh, endgültig sagen zu können, ob die Mehrwertsteuersenkung verpufft. Die konservative Zeitung Telegraph, die natürlich gerne an der Labour-Regierung herummäkelt, geht jedoch jetzt schon davon aus, dass bei den Konsumenten nicht viel ankommen wird, auch wenn der Staat dadurch mit 25 Milliarden Euro Mindereinnahmen rechnen muss, die letztlich anderweitig gegenfinanziert werden müssen. Viele Geschäfte hätten die Preise überhaupt nicht gesenkt und würden daher den Geldsegen vom Staat lieber selbst einstecken. Manche Geschäfte haben nur die Preise für bestimmte Angebote gesenkt, was sie möglicherweise auch sowieso gemacht hätten. Nicht anders sieht es angeblich bei Internetgebühren, Fitness-Clubs, Restaurants oder Straßengebühren aus. Auch die meisten Gemeinden haben nicht die Absicht, Gebühren etwa für das Parken oder für Schwimmbäder zu senken."

Ich mußte, als ich diesen Text las, heftig lachen. Ich schreibe mir die Finger "wund" über den inhaltlichen Mangel eines Absenkens der Mehrwertsteuer und die britische Praxis zeigt, dass die Absenkung nicht an den Verbraucher weitergegeben wird und verpufft. Die ersten Absätze hätte ich mir sparen können.

Es bleibt damit nur eine Folgerung: Die Folgerung, dass sich Unternehmen weiter entschulden und damit die Depression befeuern. Investitionen: nahe beim absoluten Nullpunkt. Ist das Unternehmen "schuldenfrei", wird es seinen Gewinn erhöhen. Das wirkt sich auf die Einkommensverteilung aus - die Fehlverteilung stabilisiert sich. Und es darf in Richtung große Depression weiter marschiert werden.

Apropos Hessenwahl 2009: Da bald in Hessen der Landtag neu gewählt wird, möchte ich festhalten, dass Roland Koch, CDU, voll und ganz hinter Angela Merkel steht und damit auch hinter der desaströsen Wirtschaftspolitik dieser Bundesregierung. Der Quatsch mit der Autosteuerbefreiung ist genauso unsinnig wie das Absenken der Mehrwertsteuer. Der Verteilungseffekt in die falsche Richtung ist hier allerdings noch krasser als der, den ich bereits für die Mehrwertsteuerabsenkung beschrieb.

Und zur FDP: Die ist so blöde und fordert über den großen-Koalitions-Unfug hinaus das direkte Absenken der Mehrwertsteuer.

Sollten Sie in Hessen wählen dürfen: Hessenwahl ist Denkzettelwahl. Wählen Sie und helfen, eine CDU-FDP-Koalition zu vermeiden. Eine schwarz-gelbe Koalition würde nur dazu beitragen, die wirtschaftliche Talfahrt zu beschleunigen.


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Dienstag, 2. Dezember 2008

Mehrwertsteuer absenken - Unsinn

Das mit dem Absenken der Mehrwertsteuer als Konjunkturstütze ist aus zwei Gründen giftmüllähnlicher Natur! Es geht doch darum, die Binnenwirtschaft anzukurbeln und nicht darum, eine Ankurbelung anzukündigen. Also:

  • Es ist doch allgemein bekannt, dass das Verlagern von direkten Steuern wie die Einkommensteuer hin zu indirekten Steuern wie die Mehrwertsteuer einen außenwirtschaftlichen Effekt hat. Die Einkommensteuer belastet nur Arbeitnehmer in Deutschland, die Mehrwertsteuer einheimische und importierte Waren gleichermaßen. Rein außenwirtschaftlich gesehen ist die Mehrwertsteuer fairer, weil sie auch für Importe gilt. Senke ich die Mehrwertsteuer ab, dann subventioniere ich die Importe praktisch mit. Und ob das einen binnenwirtschaftlichen Effekt hat, darf sehr bezweifelt werden. Aber die neuen Schulden, die bleiben in Deutschland. Alles klar?

    Aufgrund kommunaler Geldknappheit gibt es zahlreiche ausstehende Erhaltungsarbeiten in Bezug auf die öffentliche Infrastruktur. So müssen z. B. die meisten städtischen Kanalisationen saniert werden. Oder was ist mit den öffentlichen Gebäuden? Anpassung der ostdeutschen Kläranlagen an die Realität? Und so weiter...

  • Davon abgesehen schrieb ich bereits, dass man endlich das Umverteilungstabu angehen müsse. Wissen Sie, diesem Gedanken würde eine Mehrwertsteuerabsenkung Rechnung tragen, bloß in die falsche Richtung. Ich meine damit, dass eine Mehrwertsteuerabsenkung mittelfristig die Wirtschaftskrise verschärft. Warum?

    Hier ein Beispiel, das alles erklärt: Wir vergleichen, wie sich eine Mehrwertsteuersabsenkung von - sagen wir - zwei Prozent auf zwei unterschiedliche Kaufentscheidungen auswirkt. Erste Entscheidung, Sie kaufen einen Porsche für 120000,-- €. Sie sparen 2400,- €. Da Sie in Geld schwimmen und den Porsche sowieso gekauft hätten, kaufen Sie nichts zusätzlich ein. Sie haben ja alles, und legen das Geld an. Am besten steuerfrei in Guernsey; dort kann dann ihr Geld im Kapitalkasino richtig für Sie arbeiten. Die zweite Kaufentscheidung entnehme ich dem anderen Ende der sozialen Hackordnung. Als Hartz-IV-ler geben Sie alles aus, weil Sie eh von der Hand im Mund leben. Hier sieht die Rechnung anders aus. Bei 300,-- € monatlichen Ausgaben hätten Sie eine Ersparnis von 6,-- €. Sie könnten sich im Monat eine Pizza in einer Stehpizzeria in Frankfurt leisten. Toll der Effekt hier, nicht wahr?

    Wenn Sie die 2400,-- € den 6,-- € gegenüberstellen, müssen Sie zugeben, dass eine Mehrwertsteuerabsenkung einen wirtschaftlichen Umverteilungseffekt hat. Die untere Bevölkerungsschicht bekommt ein paar Krümmel. Die obere Schicht wird das überzählige Kapital anlegen, was notwendig ist. Schließlich verschuldet sich unser Staat bei diesem Konjunturprogramm auf das Heftigste. Wo? Natürlich bei den Kapitalanlegern der oberen Schicht. Verstehen Sie jetzt endlich den Umverteilungseffekt in die falsche Richtung?
Mit anderen Worten, eine Mehrwertsteuerabsenkerei geht voll in die falsche Richtung. Sie wirkt spätestens mittelfristig krisenverschärfend. Das statt dessen eher eine Steuererhöhung diskutiert werden muß, war schon André Kostolany klar.

Bei den oben genannten Ausführungen unterstellte ich, dass die Reduktion der Mehrwertsteuer an den Endverbraucher weitergeben wird. Dies ist aber fakultativ nach dem Motto "Schön wäre es, wenn..."

Unabhängig davon, ob sie beim Endverbraucher ankommt, handelt es sich um ein typisches CDU-Wahlgeschenk, absolut sinnlos obendrein. Aber die eigenen Wähler müssen bedient werden: Verstehen Sie jetzt, warum Frau Angela Merkel das Absenken der Mehrwertsteuer auf die Zeit nach der Bundestagswahl 2009 verschieben will? Die CDU-Wähler sollen schließlich einen Grund haben, zur Wahl zu kommen. Ich gehe davon aus, dass unsere Bundeskanzlerin auf so eine Motivationsspritze zu ihrem Nutzen nur ungern verzichten möchte.

Richtige Konjunkturstabilisierungsschritte wären Erhöhungen von AlG-II und des Steuerfreibetrages. Und Sie wählen noch CDU/CSU, SPD oder FDP?

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Freitag, 21. November 2008

Audio-CD brennen mit K3b unter Ubuntu: mp3-Dateienproblem gelöst

Merke: Warum einfach, wenn es kompliziert geht. Das Brennprogramm K3b fordert dazu auf, die mp3-Dateien in wav-Dateien umzuwandeln, um eine Audio-CD erstellen zu können. Das ist umständlich. Es geht auch einfacher. Aber das verschweigt K3b.

Vom Windows Portal weiß ich, dass ich ein zusätzliches Paket laden muß, um selektierte mp3-Dateien direkt als Audio-CD mit K3b brennen zu können. Nur heißt das zu installierende Paket jetzt anders, bei Ubuntu 8.04 libk3b3-extracodecs. Darauf muß man aber erst einmal kommen. Mit Synaptic läßt sich das Paket genauso wie K3b problemlos installieren. Man muß nur den richtigen Namen wissen. Tsss....

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Dienstag, 18. November 2008

Medienmanipulation beim Spiegel ?

"Seit 32 Tagen ist Franz Müntefering neuer SPD-Vorsitzender. Doch der Zustand der SPD ist desolater denn je. Unter Kurt Beck hatte der linke Flügel der Partei das Sagen, nun schlägt der rechte zurück. Die Opfer: Ypsilanti in Hessen und Annen in Hamburg." - Quelle des Zitats: "EIN MONAT MÜNTEFERING, Zeit der Rache und Revanche" Christoph Schwennicke, Spiegel-Online vom 18. November 2008.

Geht's noch? Seit wann ist der Kurt Beck links in der SPD? Rabulistik für Fortgeschrittene: Ist der rechte SPD-Flügel in der Mitte, ist alles andere Links. Dann gäbe es hierüber hinausgehend ja noch Links-Außen und den linken Rand...

Tja, so werden Meinungen gemacht. Ob das Manipulation ist? Für mich schon. Bei den scheinbaren Kleinigkeiten fängt es an.

Tatsächlich hat die SPD (neudeutsch: Seeheimer Partei Deutschlands) einen Amok laufenden rechten Flügel, dem Solidarität ein Fremdwort ist. Und hat der rechte Flügel erst einmal die vollständige Macht, dann gibt es ganz andere Optionen, z . B. die der Fusion mit der CDU.

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Freitag, 14. November 2008

Wir marschieren Richtung Große Depression, Teil II

Der nachfolgende Weblogeintrag basiert auf dem Weblog-Eintrag mit dem Titel "25% Eigenkapitalrendite...". Wenn man möchte, kann man diesen älteren Weblog-Eintrag als Teil I deklarieren. Nun zum Teil II:

Massenkaufkraft

Als Einstieg zu Thema nehme ich den Kommentar von "Martin Busch". Er schrieb in seiner Argumentation über Reallöhne, ich schrieb in meinem Text aber von Massenkaufkraft. Deshalb zunächst eine Erläuterung:

Massenkaufkraft enthält eben nicht die Summe der Reallöhne. Und die Reallöhne sind heutzutage genausowenig Teilmenge der Massenkaufkraft. Für mich ist die Massenkaufkraft vielmehr die Summe der Einkommen der mittleren und unteren Gesellschaftschicht, wobei das Vermögen eines Haushaltes max. das eigene Haus der mittleren Preislage umfassen sollte. Anders rum, ein Herr Ackermann bekommt zwar formal Arbeitnehmerlohn, aber sein Einkommen sollte man nicht dem Anteil an den Reallöhnen zuordnen, welcher zur Massenkaufkraft gehört. Sein Einkommen gehört einfach nicht zur Massenkaufkraft. Zur Massenkaufkraft gehören hingegen aber Hartz-IV-Leistungen, Krankengelder, Arbeitslöhne, die verschiedenen Renten der gesetzlichen Rentenversicherung. Man muß ganz deutlich und strukturell zwischen niedrigen Massenkaufkraftseinkommen und dem Einkommen des oberen Gesellschaftschichtssegments (Vermögensschicht) unterscheiden!

Wenn man so differenziert, spaltet sich die gegenwärtige Inflation Deutschlands auf. Die Haushalte der Massenkaufkraft-Einkommensbezieher leidet immer noch faktisch unter einer Inflation um die 3-6%. Die Vermögensschicht hingegen nimmt eine niedrigere Inflationsrate wahr und erlebt bei den den Vermögenswerten aktuell sogar eine richtige Deflation. Faustregel zur Zeit: Je höher das Einkommen und die Vermögenswerte, desto niedriger die Inflation.

Nochmal: Es gibt derzeit keine gesamtwirtschaftliche Inflationsrate. Eine gesamtwirtschaftliche Inflationsrate dient lediglich zur Volksverwirrung (oder -verdummung) und ist mathematisches Herrschaftsinstrument, falls man das so sehen möchte.

Die Politiker von CDU/CSU, der rechte SPD-Flügel und die FDP bleiben bei der gesamtwirtschaftlichen Betrachtung, damit die Höherbetuchten relative Vorteile aus der jetzigen Wirtschaftssituation ziehen können. Die Polit-Elite (Verballhornung von Politik-"Elite"), zu der auch der bizarr-wirtschaftskompetente und herausragendetönende Lautsprecher-Ministerpräsident Roland Koch (CDU) gehört, ignorieren die Tatsache, dass sich die Massenkaufkraft, also der Lebenstandard der unteren Bevölkerungsmehrheit über die Jahre fortwährend verschlechtert hat. Wir brauchen zur Krisenbewältigung der aktuellen Wirtschaftskrise aber eine Erhöhung der Massenkaufkraft auf das Niveau vor zehn Jahren. Näme man den Inflationsausgleich ernst, dann muß Hartz-IV um weit mehr als 25%, und zwar sofort, nach oben korrigiert werden. Das ist das Mindeste, was die Politik tun kann.

Was machte die Polit-Elite aber in den letzten Jahren? Sie führte einen schändlichen Niedrigstlohnsektor ein. Agenda 2010? Positiv war die Zusammenführung von Sozial- und Arbeitslosenhilfe, aber das man eine verwaltungstechnisch sinnvolle Reform mit repressiven Sozialabbau verbunden hat, das ist eine Schande! Und man sollte meinen, die Magerkur speziell bei den sozialstaatliche Grundleistungen (Hartz-IV-Leistungen) sollte im Widerspruch zum Grundgesetz stehen, aber die Sozialgerichte scheinen dem neoliberalen Mainstream in gleicher Weise verpflichtet zu sein.

Aktuelles Konjunkturprogramm

Der Anteil, der ein Unternehmen von seinem Gewinn nicht an die Arbeitnehmer abführt, kommt bekanntermaßen den Unternehmenseignern zu Gute. Ist eine Volkswirtschaft weiter entwickelt, dann verklumpen die überschüssigen Gewinne als Kapital an einer Stelle der Gesellschaft (Senf-Gesellschen Zinseszinsfalle; Kapitalakkumulation nach Karl Marx). Für diesen Kapitalstock gilt derzeit, dass man nicht so recht weiß, wo soll und kann man eigentlich noch investieren, wenn die Massenkaufkraft fehlt. Konsum- und Investitionsneigung sinken.

Wir halten fest, die Massenkaufkraft wird derzeit noch nicht gefördert. Aber die große Koalition hat ein Konjunkturprogramm - besser -progrämmchen - verabschiedet. Auseinandernehmen möchte ich den Mist nicht, das haben andere bereits zu Genüge getan. Ich erlaube mir einen kleinen ergänzenden Kommentar. Das, was Angela Merkel und ihr kongenialer Partner Peer Steinbrück verbrochen haben, kann man durchaus als Symbollismus bezeichnen. Ich mein aber, das sind "kleine" Wahlgeschenke, die kommende Bundestagswahl wirft schon ihre Schatten in die Gehirne unserer Starpolitiker. Da ist ein kleiner Etikettenschwindel doch sicherlich erlaubt. Nur ist die Wirtschaftskrise zu ernst, als dass man sich solche Mätzchen erlauben darf! Aber anscheinend ticken CDU/CSU, FDP und der rechte SPD-Flügel ganz anders. Armes Deutschland.

Zur geistigen Auflockerung ein politisch-unkorrekter Witz: Was ist der Unterschied zwischen Steinbrück (oder Merkel) und Reichskanzler Brüning? Reichskanzler Brüning hat Adolf Hitler zur Macht verholfen.

Fassen wir zusammen, ein Keynesianisches Konjunkturprogramm ist vonnöten. Am besten eines, das nicht nur Geld zu Fenster raus schmeist, sondern sinnvolle Staatsinvestitionen enthält - zusätzlich zur nachholenden Inflationsanpassung von Hartz-IV-Grundeinkommen, von Erwerbsunfähigkeitsrenten, von Hausbesuchsentgelten für Hausärzte und so weiter. Als sinnvolle Investition stelle ich mir beispielsweise die vielfach notwendigen und sehr teueren Sanierungsarbeiten an kommunalen Kanalisationen vor. Neuer Autobahnbau? Schwachsinn im Quadrat. Weniger und intelligentere Mobilität, das ist umweltgerecht. Ob unsere Lobbyismus-verseuchte Bundesregierung und die ebenso meist Lobbyismus-verseuchten Landesregierungen noch die Kurve bekommen werden?

Staatsverschuldung Deutschlands

Jetzt widmen wir uns einem sehr heiklen Thema. So ein Konjunkturprogramm will finanziert werden. Die geniale Idee, weiter Sozialleistungen a là IWF zu streichen, wäre hervorragend und systemkonform im Sinne einer Steinbrückschen Gegenfinanzierung. Jeder Depp weiß aber, dass diese Lösung direkt in den Absturz unseres Staatswesens führen würde. Reine Neoliberale würden das wahrscheinlich als wirtschaftliches Gesundschrumpfen und als besonders gut gelungenes Kaufkraft-Stabilisieren (oder so ähnlich) benennen. Bloß, wem will man eine solche Deflationspolitik verkaufen?

Unser Staat ist hochverschuldet. Bei hoher bestehender Grundverschuldung und einer entsprechenden Neuverschuldung ohne Gegenfinanzierung wird die Gesamtverschuldung aufgrund des Zinseszins-Effektes so richtig abheben. Wirkt sich ein Konjunkturprogramm nicht inflationierend aus? Bei bestehender Deflation kann das Deficit Spending im gewissen Umfange das Mittel der Wahl sein. Ist das Konjunkturprogramm zu klein, verpufft die Wirkung; ist es zu groß, besteht die Gefahr, dass die Inflation davonläuft. Eine Hyperinflation hätte den Effekt, entschuldend zu wirken.

Man sieht, bei der momentanen Wirtschaftlage gibt es unterschiedliche Wege in die Wirtschaftskatastrophe. Es bestehen Alternativen; will man den Teufel Deflation mit dem Beelzebub Hyperinflation austreiben? Mögliche Krisenverläufe sind hervorragend im 17. Kommentar eines Weissgarnix-Weblog-Eintrages beschrieben.

Zurück zum Thema Gegenfinanzierung. Es hat den Anschein, dass eine sinnvolle, nicht schädliche Gegenfinanzierung sehr schwierig oder "fast" unmöglich ist. Nichtsdestotrotz sollte der Frage nachgegangen werden, liese sich ein Königsweg finden? Ich meine, eine ganz besondere Art Gegenfinanzierung könnte funktionieren - und das, worum es jetzt geht, ist meines Erachtens nach der wichtigste Teil dieses zum Aufsatz mutierten Weblog-Eintrags. Es geht nämlich um den Bruch eines neoliberales Tabu. Der kleine Friedrich, Friedrich März (CDU-Bundestagsabgeordneter und zugleich Lonestar-Berater), sprach von dem Recht auf Privateigentum, als ob es keine soziale Bindung des Eigentums gäbe. Sehr hohe Einkommen wären (zunächst) als eine Art Gegenfinanzierung höher zu besteuern, was einen entklumpenden Effekt haben würde.

Sie wissen sicherlich auch, dass in einer geschlossenen Volkswirtschaft die Summe der Schulden und der Guthaben exakt 0,00 € beträgt; keinen Cent mehr und keinen Cent weniger. Das heißt, der immensen Staatsverschuldung stehen immense Guthaben gegenüber. Womöglich fließen die den Guthaben zugehörigen Zinsen unversteuert in eine Offshore-Steueroase? Der dortige Eigner ist eine örtliche Stiftung, der Inhaber der Stiftung ein Steuerhinterzieher? Wer weiß? Jedenfalls weist die zur winzigen Vermögensschicht komplementäre Schicht eine Durchschnittsverschuldung von rund 8000,- € pro Nase auf, die kann nicht der große unbekannte Gläubiger sein. Fragen Sie doch einmal beim Bundesamt für Statistik nach, ob die Personen bekannt seien, die die größten Gläubiger sind (Alle juristischen Person sind aufzulösen). Fragen Sie dort doch mal nach, wie groß und von welcher Art die Kapitaltransfers z. B. 2007 von und nach Guernsey sind. Fragen Sie! Fragen Sie Journalisten! Fragen Sie, warum die Fachjournalisten nichts wissen.

Das Kapital, das der Realwirtschaft entzogen irgendwo herumlungert, das bei Hedge-Fonds in der Karibik landet, das zu Spekulationsblasen führt, muß der Realwirtschaft - sinnvoll versteht sich - wieder zugeführt werden. Genauso müssen Steueroasen trockengelegt werden. In einem vorhergehenden Weblog-Eintrag plädierte ich für ein Bankentransparenz-Gesetz und das mit gutem Grund. Deutschland muß einfach vorangehen. Was meinen Sie, welchen Zweck eine Deutsche-Bank-Filiale ansonsten auf Jersey, Guernsey oder eine Cayman-Insel hat? Ich weiß es wirklich nicht.

Also, der Staat hat nicht nur ein Ausgabeproblem (oben genannte Fehlschichtung, Stichwort Massenkaufkraft), sondern im erheblicheren Maße ein Einnahmeproblem. Die falsche Schonung des schwerreichen Bevölkerungssegmentes ist das Tabu in unserer Gesellschaft. Eigentum verpflichtet. Die am Fiskus vorbei gelotsten Gewinne sind vermutlich ein sehr großes Problem. Schade, dass der Großteil unserer Gesellschaft verarscht wird und sich verarschen läßt.

Aber wie dem auch sei, bei fortgesetzter Fehlsteuerung unserer Volkswirtschaft erleben wir vom jetzigen Zeitpunkt ausgehend erst einmal eine länger andauernde Große Depression. Weniger wahrscheinlich sind baldige Hyperinflation und/oder Staatsbankrott/"Währungsreform". Kurz und knapp: In Deutschland zeigt der Trend derzeit eindeutig Richtung Große Depression. Aber noch haben wir die Wahl. Die Führungspolitiker der CDU/CSU, FDP oder die Bundes-SPD huldigen mit nur graduellen Unterschieden immer noch dem goldenen Kalb Neoliberalismus. Aktuelle Anmerkung zur Bundes-SPD: Sie scheint vollkommen in der Hand des Seeheimer Kreises, mit anderen Worten in der Hand des der CDU nahestehenden rechten SPD-Parteiflügels, zu sein.

Wirtschaftswachstum

Wie Sie den voausgegangenen Ausführungen entnehmen können, muß man zur Lösung der Weltwirtschaftskrise mit der neoliberalen Ideologie brechen, muß die Lösung intelligent sein und gegen enorme und sehr egoistische Gruppeninteressen, also gegen das gesamte Lobbyisten-System des Deutschen Bundestages durchgesetzt werden.

Wenn wir gegen hiesige und globale Armut vorgehen und für allgemeinen Wohlstand sorgen wollen, muß in die Lösung noch eine weitere sehr wichtige Forderung einfließen. Es ist die Forderung des qualitativen Wachstums. Tonnenideologiemäßiges quantitatives althergebrachtes klassisches keynesianisches Wirtschaftswachstum führt letztlich in den Untergang, bestenfalls zurück in die Steinzeit. Man erinnere sich an die Aussagen des Club of Rome . Und wir merken immer mehr die Folgekosten des falschen Wirtschaftswachstums. Noch Fragen?

Was zum Thema zu sagen war, wurde gesagt, Handeln ist angesagt.

Dieses Handeln sollte einem Querschnitt vom Gedankengut der Grünen und der Linken entsprechen.

Ausblick

Wohlstand für relativ Wenige ist leicht darstellbar. Das ist die Konsequenz der vorherrschenden Wirtschaftspolitik in Deutschland. Da ist es dann egal, wie die Deutsche Wirtschaft abschmiert. Wichtig zu wissen ist, dass nur mit dieser Lesart dem verantwortungslosen Merkel-Steinbrück-Koch-Konjunkturprogramm ein Sinn abzuringen ist. So etwas spricht zunächst einmal pauschal gegen die Parteien CDU/CSU, SPD und FDP.

Eine echte Lösung. die keine Zeitschinderei ist, erzwingt mehrere Brüche in unserer Gesellschaft. Der Umverteilungsprozeß muß nicht nur gestoppt, sondern hierüber hinaus umgekehrt werden. Das bedeutet mehr Lebensqualität für die ärmere Bevölkerung, muß aber der langfristigen ökologischen Perspektive Rechnung tragen. Z. B. muß der Fliegerei-Größenwahn gestoppt werden, Streiterein über den Ausbau des Frankfurter Rhein-Main-Flughafen wären dann obselet. Apropos Flughafenausbau, das wird nachfragebedingt (!) eine sehr große Investitionsruine werden.

Wollen wir den Kapitalismus retten, dann brauchen wir noch eine Politik, die dem quantitativen und verderblichen Wirtschaftswachstum abschwört und für nicht-Menschenwürde-verachtende, also anspruchsvollere Arbeitsplätze, sorgt. Ich weiß nicht, wie all die genannten Anforderungen an eine neue Politik vollständig zu verwirklichen sind. Sicher ist jedenfalls, der reale Neoliberalismus ist politisch genauso mausetot wie der Kommunismus. Wir brauchen Experimente, die jenseits der Interessenslage der herrschenden Schicht liegen. Ich habe aber meine Zweifel, ob der sich aufbauende enorme Widerstand überwinden läßt. Nur, läßt dieser sich in echten Reformen nicht überwinden, wird der Kapitalismus sterben, aussterben wie einst die Dinosaurier. Ob das die Demokratie als Staatsform überleben wird, darf dann auch sehr bezweifelt werden.

Zum Ausklang noch ein längeres Video passend zu diesem sehr lang geratenen Weblog-Eintrag. Das Video handelt über ein Seminar von Prof. Bernd Senf. Er hat im Video einige sehr gute Fragen aufgeworfen. Noch einmal: Das Video dauert sehr lange. Nehmen Sie sich bitte Zeit, vielleicht ist ein Download zu empfehlen (z. B. mit dem Orbit-Downloadwerkzeug (nur Windows)):

Video "Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise" mit Prof. Dr. Senf +/-


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Opel (GM) pleite - endlich eine Chance, Opel aus den Fängen von GM zu lösen

Die Frankfurter Rundschau und andere berichten, dass Opel einen Mrd.-Kredit braucht. Das ist die einmalige Chance, Opel aus den Fängen des US-Blutsaugers General Motors zu befreien.

Wer General Motors einen Cent leiht (oder bürgt), ist seines Amtes nicht wert!

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Freitag, 7. November 2008

In Memorial: Niklas Luhmann verstarb gestern vor zehn Jahren // Der Luhmannsche Zettelkasten

Niklas Luhmann ist für mich ein großer Denker im 20. Jahrhundert.

Am meisten hat mich sein Zettelkasten, eine Wissensdatenbank besonderer Güte, fasziniert. Mein Lob gilt besonders Daniel Lüdecke, der sich die sehr, sehr große Mühe machte, das Prinzip des Luhmannschen Zettelkastens in ein brauchbares Programm zu übertragen....

...Hmm, das Programm ist kostenfrei. Die Version 2.82 läuft unter Windows. Die Version 3 ist in der Mache und basiert auf Java. Das heißt, Mac- und Linux-Nutzer werden das Programm demnächst nutzen können. Zur Zeit ist die Version 3 in der Erprobungsphase.

Das Geniale an Daniels Zettelkasten nach Luhmann ist der Luhmannsche Grundgedanke der vernetzten Verschlagwortung. Können Sie damit etwas anfangen? Also: Zunächst einmal haben Sie bei Luhmann eine Zettelkastenkartei mit einer "Nummer" (chronologische Sortierung) für jeden Zettel bei Luhmann. Jeder beschriebene Zettel enthält außer dem Zetteltext noch verschiedene Schlagwörter, mindestens aber ein Schlagwort. Dann haben Sie ein zweite Kartei im Zettelkasten mit den alphabetische sortierten Schlagwörtern, ein Schlagwort pro Karteikarte. Und jede Schlagwortkarteikarte enthält Nummern (mindestens eine), wobei jede Nummer auf einer Schlagwortkarteikarte genau einen Zettel präsentiert, der diesem Schlagwort zugeordnet ist. Es bildet sich im Laufe der Zeit ein Netzwerk von Zetteln heraus, die über Schlagwörter vernetzt sind. Dieses "Zettel-Spinnennetz" symbolisiert die versteckte "Intelligenz" des Zettelkastens und geht über die Einzelinformation eines einzigen Zettels hinaus. Genau das ist der Clou des Luhmannschen Zettelkastens.

Niklas Luhmann erklärt seinen Zettelkasten +/-


Daniels elektronischem Zettelkasten liegt das eben beschriebene Strukturierungsprinzip des Luhmannschen Zettelkastens zugrunde. Und das besondere an dem elektronischen Zettelkasten ist die 100%ige Umsetzung des Strukturierungsprinzips als Kern des Luhmannschen Zettelkastens. Also, die Schlagwörter vernetzen die Einträge miteinander. Es gibt keine Hierarchie, das heißt die zeitlich gewachsene Vernetzung ist das eigentliche Geheimnis des Lüdeckschen Zettelkastenprograms genauso wie beim Luhmannschen Vorbild.

Übrigens, jetzt wissen Sie, warum ich auf "Blogspot" (Blogger.com, aufgekauft durch Google) poste. So ist es bei einem Blogger.com-Weblog möglich, genau so wie bei Daniels elektronischem Zettelkasten, das Luhmannsche Zettelkasten-Strukturisierungsprinzip zu nutzen. So ist der "Zauber" meines Weblogs die Schlagwortliste (Labels). Wegen der realen vernetzten Verschlagwortung meiner Weblogeinträge (als quasi-Zettelersatz) ist mein Weblog genauso ein luhmannscher Zettelkasten wie das Zettelkastenprogramm Daniel Lüdeckes. Das besondere an meinem Weblog ist die bewußte Übertragung des Zettelkastenprinzips auf ein Weblog.

Doch mein Weblog ist in einem Punkt etwas anders als der Luhmannsche Zettelkasten. Beim Luhmannschen Zettelkasten können praktisch Einträge "verschwinden", wenn sie zunehmend ohne Schlagwort-Vernetzung zu anderen Einträgen (Zettel) vereinsamen. Daher habe ich meinem Weblog eine Rubrikenliste zusätzlich zur bestehenden Schlagwortliste hinzugefügt:Das ist eine ausgewählte Liste mit wenigen besonderen Stichwörtern aus der Schlagwortliste. Der Clou ist, dass jeder Eintrag mindestens einem Schlagwort der Rubrikenliste zugeordnet ist, so dass eine Grundvernetzung gewährleistet ist.

Technische Einschränkung: Die Verschlagwortung ist auf zwölf Schlagwörter pro Eintrag begrenzt. Das sollte aber nicht weiter stören. Ob die Schlagwortliste (Labels) seitens Google auf eine bestimmte Anzahl von Schlagwörtern beschränkt ist, weiß ich nicht. Eine Beschränkung auf unter 1000 Schlagwörter wäre einem Luhmannschen Zettelkasten abträglich. Nähere Informationen hierzu liegen mir leider nicht vor. Wissen Sie näheres?

Mein Tipp: Lassen Sie sich nicht ein auf ein Weblog ohne Verschlagwortung. Das war, nebenbei bemerkt, für mich der Hauptgrund gegen ein Wordpress-Weblog, dem das Merkmal Verschlagwortung fehlt.

Noch ein Tipp: Der Googler-Reader erlaubt genauso wie die Google-Lesezeichen (Link inzwischen erloschen: http://www.google.com/bookmarks, Nachtrag 2017-04-20) eine mehrfach Verschlagwortung. Folglich ist das Grundprinzip der Luhmannschen Mehrfach-Verschlagwortung bei diesen googleschen Internet-Dienstleistungen anwendbar.

Und welche Bedeutung Luhmann aus meiner Sicht auf die Ökonomie hat oder haben könnte, da habe ich schon eine kleine Idee... Demnächst mehr in diesem Weblog! Und über Anregungen zum Thema per eMail würde ich mich freuen.

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Attacs Kinospot

Oder: Wer die CDU wählt, ist selber schuld

Schauen Sie sich bitte erstens den Attac-Kinospot an und dann klicken Sie bitte zweitens auf den darunter liegenden Link und lesen sich den Text durch:

1. Attack-Kinospot +/-


2. Der Link führt zu einem Weblog-Eintrag von Weissgarnix mit dem Titel "Retter des Kapitals". Roland Koch hat sich viel ereifert in den letzten Jahren und war immer aktiv als Ministerpräsident im Bundesrat. Aber alles, was die Krise erst ermöglich hat(!) , hat dieser Mann mitgetragen. Er ist nicht wählbar! Wollen Sie, falls Sie in Hessen wählen dürfen, wirklich bei der nächsten hessischen Landtagswahl den Teufel Wirtschaftskrise mit dem Beelzebub Roland Koch (CDU) austreiben?

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Mittwoch, 5. November 2008

Meinungsmache durch Infratest-Umfrage? Rückzug Jürgen Walters?

Aktuelle Umfrage zur Situation im Hessischen Landtag ? Infratest der Manipulation überführt? Und warum geben die Mitglieder der hessischen Viererbande eigentlich nicht ihre Landtagsmandate ab (= "Rücktritt")?

Infratest
stellt in der Umfrage eine Alternativfrage, ob wir eine Neuwahl des Landtages oder eine Roland-Koch-Minderheitsregierung (schwarz-gelb) für besser halten. Das ist im Kern eine Suggestivfrage (gem. CIA) des Typs "Sind Sie ein großes oder ein kleines Arschloch."...

...Solche Alternativfragen arbeiten mit versteckten Unterstellungen. Hier die Unterstellung, dass wir keine andere Alternative hätten - ich könnte mir sehr gut eine andere Alternative vorstellen:

  • Die Viererbande mit Herrn Jürgen Walter (SPD) an der Spitze geben allesamt ihre Landtagsmandate zurück.

Die zur Auswahl gestellten Alternativen weisen ein gemeinsames Merkmal auf. Sie schaden Roland Koch weniger als die von mir genannte. Ein Schelm, wer Böses denkt.

Die Meinungsumfrage ist ein Ablenkungsmanöver. Sie lenkt z. B. von der Frage ab, ob die Geschichte nicht Teil einer Intrige des rechten SPD-Flügels ist. Das wird aber nicht abgefragt. Aber die Rückgabe der Mandate wäre aus meiner Sicht die einzige ethisch vertretbare Lösung für die Vier. Wenn sie die SPD-Landespolitik nicht mehr mittragen, sozusagen um Schaden von der SPD abzuwenden, dabei aber den politischen Untergang der hessischen SPD faktisch besiegeln, das geht nur mit vollständigen Verzicht auf die einzelnen Landtagsmandate der Vier, wenn Sie wirklich an das Wohl der SPD und nicht an den eigenen Narzismus denken.

Der rechte Flügel der SPD stinkt! Sonst wäre die Viererbande komplett "zurückgetreten", von wegen Gewissen und Schaden vom Land abwenden, alles geheuchelt. Der Schaden, den wird die SPD bei der nächsten Landtagswahl haben, 25% wie früher in Bayern sind dann schon ein stolzes Ergebnis.

[Nachtrag 2008-11-06, 23:19]
Es gibt noch eine weitere, eine N24-Emnid-Umfrage, die offenbar manipulativen Charakter hat. Vor allen, wenn diese Umfrage mit 68% der Hessen für Neuwahlen erheblichen politischen Einfluß hat. Tja, so wird Politik gemacht; helfen Sie mir bitte mit, denen gehörigst in die Suppe zu spucken.


[Nachtrag 2008-11-07, 15:51]
Eine höchst bemerkenswerte Stellungnahme zum Thema Meinungsmache ist auf der Website NachDenkSeiten zu finden.

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Barack Obamas Steuer- und Wirtschaftspläne...

... vorläufig !

Was Barack Obama vor hat, finden sie hier (Los Angeles Times, Online-Ausgabe). Dort finden Sie weitere vertiefende Links.

Doch Vorsicht: Obwohl die L. A. Times das als aktuelle Obamas Basics verkauft, gilt die Aussage, dass das alles letztlich Wahlkampfaussagen sind. Die Realität wird zeigen, was davon übrig bleibt. Positiv ist aber, dass Obama jetzt zwei Jahre Zeit hat, bis ein Drittel des Kongresses neu gewählt wird.

--> Von seinen weiteren Plänen und deren Durchsetzung hängt es ab, ob er die Umverteilungsorgie nach oben stoppen kann und damit eine neue Great Depression verhindert.

Man kann ihm nur viel Glück wünschen.

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Donnerstag, 30. Oktober 2008

Warum gibt es in Deutschland eigentlich kein Bankentransparenzgesetz?

- Oder: Steinbrücks Rücktritt ist überfällig -


Manchmal bringt Die Zeit noch etwas lesenswertes außerhalb des Herdentrieb-Weblogs hervor - hier ein Interview +/- {Erwin Wagendorfer, Regisseur von "Let's Make Money": "Dieses Wirtschaftssystem ist brutal"}, aus welchem ich einen Absatz zitieren möchte: "Dafür gibt es genug Beispiele. Ich habe in Afrika gedreht, wo der Westen die Rohstoffe ausbeutet. Diese werden dann nach Europa geschafft und die Gewinne daraus in Steueroasen angelegt, sodass den Staaten Steuergelder entgehen. Und jetzt müssen die Banken, die in Spekulationen mit diesen Geldern verwickelt waren, wiederum mit Steuergeldern gerettet werden – das ist doch pervers. Aus den virtuellen Spekulationsblasen werden so plötzlich reale Verluste."...

...Das kann man so einfach stehen lassen, wie es ist. Ich bin mal gespannt, inwieweit Peer Steinbrück sich als Papiertiger outen wird. Ich wette um nichts, dass es so sein wird. Er wird nämlich z. B. nicht die Steueroasen im Channel, Belgien, Luxemburg oder Österreich und schon gar nicht die Schweiz austrocknen. Seine (wenn Sie dem Link folgen, lesen Sie bitte unbedingt den ersten Absatz) Forderungen an die Schweiz sind reines Ablenkungsmanöver für Bild-Leser. Oder fallen Sie etwa auch darauf rein?

Herr Steinbrück, entweder Sie schaffen bald ein Bankentransparenzgesetz, das einen Austrocknungseffekt hat, oder treten zurück. Wir müssen nicht die Schweiz, Österreich oder die Kayman-Inseln oder Guernsey zu irgendetwas wolkenkuckuckshaftem auffordern. Es reicht, die richtigen Gesetze in Deutschland für die heimischen Banken selbst zu beschließen und für deren Umsetzung zu sorgen.

Tipp: Googeln Sie bitte mal Bahamas und Boehringer, nur so zum Spaß... Oder fahren dort hin und recherchieren ein klein wenig! Aber, dass unsere Schein-Elite (Herrschende Kaste) schweigt, hat einen tiefen und sehr finsteren Grund.

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Dienstag, 28. Oktober 2008

2. November 2008: Pedro Soriano im Mampf (Frankfurt)

Der November, grau in grau. Wollen Sie ihre Stimmung etwas aufhellen und sind Sie zufällig am kommenden Sonntag in Frankfurt? Wenn ja, dann habe ich etwas für Sie:

Ein toller Musiker und eine besondere Art spanischer Liedermacher mit dem Namen Pedro Soriano spielt im Mampf, Frankfurt, am nächsten Sonntag abends so gegen 21:00 Uhr. Auf der Internet-Seite des Mampf finden Sie Bilder und Infos zum Mampf. Ein Bild {Danke an Stephan für dieses Photo} werden sie dort nicht finden - es gibt aber den Charakter des Mampf hervorragend wieder:

Bild aus dem Mampf +/-


Pedro Soriano live: Der nachfolgende Video-Clip zeigt Pedro vor argentinischer Kulisse. Der Clip wurde am 26. Juli 2008 im Café Bien Bohemio in Buenos Aires aufgenommen. Das Musikstück kann man als eine Hommage an die Stadt und meinetwegen auch an den argentischen Tango auffassen. Der Titel des Stücks ist Nunca canté en Buenos Aires. Zur Qualität des Video-Clips muß gesagt werden, dass Pedro Soriano live an Ort und Stelle besser rüber kommt. Haben Sie darum bitte etwas Nachsicht mit dem Video:

Video "Nunca canté en Buenos Aires" +/-



Ein weiteres Video, ebenso in Buenos Aires aufgenommen, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten - Pedro Soriano live im Café Monteserrat mit dem Titel Calle de Elvira:

Video "Calle de Elvira" +/-



Ach so, das fehlt noch: Der Eintritt wird pro Nase 3,-- € betragen und sollte verschmerzbar sein.

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Freitag, 24. Oktober 2008

Aus der Reihe "Deppen wie wir" - Heute: Peer Steinbrück

Oder: Wann tritt Peer Steinbrück endlich zurück?

- Folge 8 -

Lieber Leser,

Peer Steinbrück gilt als ausgemachter Krisenmanager, so die Medien. Das sollte man aber kräftigst hinterfragen!

IKB für 9200 Mio gekauft, IKB für 160 Mio verkauft? Super Geschäft! So eine Bank hätte man gefahrlos Pleite gehen lassen können. Aber: Wer die Gläubiger wohl sein mögen, denen Peer Steinbrück das Geld gerettet hat? Ob das vielleicht Deutsche waren? Oder auch nicht? Egal, blechen mußte der Deutsche Steuerzahler. Frage: Es gibt doch bereits eine Strafanzeige auf Untreue gegen unseren Oberlehrer-Amateur-Bundesfinanzminister. Der Text ist nicht ganz oben, da müssen Sie etwas scrollen. Leider schrieb RA Dr. P. Ausborn dort auch, dass die Staatsanwaltschaft, hier Düsseldorf, wahrscheinlich nicht (!) weiter ermitteln wird. Nichtsdestotrotz würde ich mich nicht wundern, wenn mehr Menschen Strafanzeige erstatten würden!

Glauben Sie etwa immer noch, dass Herr Steinbrück (SPD) ein guter Finanzminister ist? Dann schauen Sie sich bitte einmal die nachfolgenden beiden Video-Clips an:

Video 1 +/-


Video 2 +/-


Dank an Weissgarnix (Blog gelöscht, der Link führt ins "Nirvana") für mindestens den unteren Link.

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Dienstag, 21. Oktober 2008

25% Eigenkapitalrendite und deren volkswirtschaftliche Bedeutung - oder Ackermann versus Livingston

Josef Ackermanns Zielvorgabe an die Deutsche Bank AG, 25% Eigenkapitalrendite erzielen zu müssen, ist schon eine Erläuterung wert. Ich ziele nicht auf die internationale Konkurrenzfähigkeit seines Arbeitgebers; sondern es geht mir vielmehr um den gesamtwirtschaftlichen Aspekt seiner alten Aussage...

Einfluß von allgemein hohen Eigenkapitalrenditen auf die Volkswirtschaft

... Also, ich fragte einen mir persönlich bekannten Unternehmensberater ( BWL-ler), ich hätte so einen saublöden Gedankengang, der will mir einfach nicht aus dem Kopf. Ob er mir denn helfen könne, diesen zu widerlegen?

Der Kern des Gedankenganges ist folgender: Wir tun so, als ob Deutschland eine geschlossene Volkswirtschaft wäre +/- {Man kann das Ganze auch auf die Weltwirtschaft als quasi-geschlossene Volkswirtschaft verallgemeinern, wenn man denn so will.}. Dann ziehen wir noch Inflationsrate und Wirtschaftswachstum ab +/- {kleine Fehlerteufel: nicht nur ex-ante-Näherungsfalle, sondern die allgemeine verwandte Subtraktionsformel ist nur eine gute Näherung, man kann aber den Realzins exakt berechnen}. 5% kommen zur Zeit grob gerechnet ungefähr hin für das, was als Korrektur abzuziehen ist: Pi mal Daumen reduzieren wir die Ackermannschen 25% Eigenkapitalrendite auf ca. 20%. Ziehen wir ein paar Prozentpunkte Steuern ab, dann bleibt immer noch ein richtig großer Batzen übrig.

Also, was hat es mit diesem Batzen jetzt genau auf sich? Da wir in einer geschlossenen Volkswirtschaft sind, muß dieser Gewinn ja nicht nur irgendwo her kommen. Da wir diese Größe bereinigt haben +/- {Ein anderer Lösungsweg wäre mächtig (beschleunigend) zu inflationieren, aber wir gehen der Einfachheit halber von einer konstanten Inflationsrate aus.}, bewegen wir uns jetzt auf der Nullsummenebene! Das heißt für jedermann, dass dieser Zufluß irgendwohin im gleichen Umfange in einer Art Einbahnstraße abfließt, und dass Vermögenswerte genauso einbahnstraßenmäßig den Eigentümer wechseln und sich mit der Zeit bei wenigen Kapitalsammelstellen (sogenannte Superreiche) anhäufen. Mit anderen Worten: Wo ein Schuldner, da ist bekanntlich auch ein Gläubiger. Wenn sich auf der einen Seite Guthaben (und Vermögen) anhäuft, vergrößert sich auf der anderen Seite der Schuldenberg. Es ist alles nur eine Frage der Zeit: Die untere Schicht fällt als Nachfrager aus; aber nur Luxusjachten, die finden weiterhin sichere Abnehmer.

So weit so gut, das sollte mir der Unternehmensberater bis hierher widerlegen. Er hatte es aber leider nicht geschafft. Haben Sie eine Entgegnung?

Weiter im Text: Frei nach Karl Marx kommt es zur Kapitalakkumulation - besser: Kapitalverschiebung. Die Eigentümerstrukturen sind in unserer Volkswirtschafts so, dass der allergrößte Anteil des Produktivvermögens Eigentum eines kleinen Bevölkerungssegments ist. Nennen wir dieses Segment doch einfach Oberschicht Herrschende Kaste. Diese Bevölkerungsgruppe zeichnet sich dadurch aus, daß sie den Batzen nur zum geringen Teil wieder ausgibt. Der Kapitalkonzentrationsprozess bedingt in unserer Volkswirtschaft zwangsläufig eine Auszehrung und Verarmung auch der Schichten mit geringem Produktivvermögen. Anders ausgedrückt haben wir gar kein (Friedmanisches) volkswirtschaftliches Gleichgewicht, sondern vielmehr einen Geldkreislauf, der auf einer Seite immer mehr verklumpt! Und die fehlende Massennachfrage wird nicht ersetzt. Für ein kleineres Unternehmen mag eine zwischenzeitlich hohe Eigenkapitalrendite angehen, ist aber die Volkswirtschaft dauerhaft als Ganzes von hohen Eigenkapitalrenditen betroffen, dann "gute Nacht". Volkswirtschaftlich bedeutet dies eine langfristige Tendenz zur Depression.

Zur aktuellen Finanzkrise

Apropos Finanzkrise, zur Zeit meint man, nur ein Liquiditätsproblem lösen zu müssen. Das ist insoweit richtig, schließlich ist die Finanzkrise - oberflächlich betrachtet - im wesentlichen eine Bankenkrise. Ist das Vertrauen (zwischen den Banken) erst wieder hergestellt, fließe das Geld wieder richtig. Bloß, wenn wir einen konjunkturellen Abschwung haben, dann müssen die Banken trotzdem vorsichtig sein. Man will sich ja keine (neuen) faulen Eier ins eigene Nest legen. Mit dem Vertrauen und der Kreditvergabe ist das dann doch so eine Sache...

Wie das mit dem Vertrauen auch sein mag, diese Diskussion geht meiner Ansicht nach am Kern vorbei. Man muß davon ausgehen, dass die Finanzkrise nur ein Element der tatsächlichen realwirtschaftlichen Krise ist. Die Finanzkrise ist sozusagen die erste Welle des Tsunamis. Sie hat einen beschleunigenden Effekt, obschon die aktuellen staatlichen Eingriffe eine entschleunigende Wirkung haben oder haben werden könnten. Für reißerische Journalisten geben akute Krisensymptome viel mehr her als ein vergleichsweise langsames, stetiges Dahinsiechen der Volkswirtschaft . An die Arbeitslosigkeit hat man sich gewöhnt und über getürkte amtliche Arbeitslosigkeitsstatistiken regt sich kein Journalist auf. Nicht nur die Journaile ist ignorant; die Grundtendenz der Krise beeinflußt der Gesetzgeber im Augenblick überhaupt nicht. Im Gegenteil, wenn man sich Hartz-IV (Inflationsausgleich?) und die Mindestlohndebatte (des allgemeinen Mindestlohnes) anschaut, dann wirkt der Gesetzgeber insgesamt krisenverschärfend. Die aktuellen Rettungsvorhaben dienen allein dazu, die Liquidität und die Eigenkapitalunterfütterung der Banken zu sichern oder vielmehr wiederherzustellen. Aber das wird garantiert nicht ausreichen.

Näher am Kern des Problems ist zum Beispiel Prof. Dr. Heiner Flassbeck. Er fordert ein keynesianisches Konjunkturprogramm zur Vermeidung einer einschneidenden tiefergehenden Rezession. Und er sprach in einer HR2-Der-Tag-Radiosendung die Umverteilungsproblematik direkt an. Gleichermaßen sprach Otmar Schreiner das Kernproblem der Umverteilungsproblematik an, diesmal im ARD in der Anne-Will-Sendung vom 19. Oktober - leider nur ganz kurz. Es ist die Einkommensentwicklung der letzten Jahrzehnte von Löhnen und Gehältern. Die Massenkaufkraft litt. Wenn man sich eine Wippe vorstellt, war die zugehörige Einkommensentwicklung immer unten und die Entwicklung der Gewinne immer oben. Und genau das, so der Wirtschaftshistoriker Prof. James Livingston, sei der Hauptgrund der Großen Depression in den 30er Jahren in den USA gewesen. Er schrieb zwei sehr aufschlussreiche Artikel zu diesem Thema in seinem Weblog [Nachtrag 2010-02-11, 14:55 Uhr: Die beiden Texte sind auf einer anderen Seite nachzulesen, zu der ich neu verlinkt habe. Das Weblog von James Livingston wurde zwischenzeit gelöscht] :

  1. Their Great Depression and Ours, Part I
  2. Their Great Depression and Ours, Part II
Prof. Livingston hat es auf den Punkt gebracht. Dass sich soviel Kaufkraft-entzogene Liquidität (sehr große Profitrate!) gebildet hatte, bleibt doch als Ursache bestehen, auch in Deutschland. Die aktuelle Politik unserer derzeitigen Bundesregierung verstärkt die Fehlentwicklung:

  • Der abgesenkte EkSt-Spitzensteuersatz
  • Die reduzierte Gewinnbesteuerung
  • Die Abgeltungssteuer
  • Die Erbschaftsteuerreform
Allesamt sind sie Profitpromotoren - das heißt, der Neolib-Sperrmüll ist und bleibt das krisenauslösende Moment.

Wir sind Exportweltmeister, von den hohen Profiten müßte doch zwischenzeitlich etwas in dem unteren Einkommenssegment angekommen sein. Oder sind die Arbeitnehmer etwa reingelegt worden? Statt dessen hat sich ein änderbarer Zustand der Unterbeschäftigung eingestellt. Unterbeschäftigung abzuschaffen kann nicht Ziel der Herrschenden Kaste sein, denn so kann man bequem die Arbeitnehmer einschüchtern und die Gewerkschaften klein halten. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass nach Livingston der Hauptgrund der Großen Depression die ständig steigenden Profite waren, die auf Kosten der Löhne und Gehälter gingen.

Die Krise der Realwirtschaft ist eine Dauerkrise und wird sich verschärfen, wenn man weiterhin wie Guido Westerwelle (FDP) das Problem leugnet. Was nutzen etwa Steuersenkungen bei Menschen, die keine Steuern zahlen? Kann das bitte jemand Herrn Westerwelle näher erläutern? Solange der Mainstream neoliberal bleibt, werden wir auf immer stärker werdende soziale Konflikte zusteuern. Und die Finanzkrise wird in eine Dauerkrise des Kapitalismus einmünden. Es ist selten dämlich, volkswirtschaftliche Probleme betriebswirtschaftlich lösen zu wollen! Schlimm sind dann solche hohlen Sprüche wie "soziale Gerechtigkeit statt Verteilungsgerechtigkeit" von interessierter Seite (der Frankfurter Zukunfsrat hat seine Unterseite http://www.frankfurter-zukunftsrat.de/Anspruch inzwischen gelöscht, Stand 2017-04-20, ziemlich peinlich.) Herrschenden Kaste
dienen können. Bloß weil man als kleine Interessensgruppe über sehr große finanzielle Ressourcen verfügt, heißt das noch lange nicht, dass man mit seiner Ideologie im Recht ist. Da hilft auch die größte Geheimbündelei nichts!

Abgesang auf den Neoliberalimus

Gerät ein Organ eines Organismus aus den Fugen, wird mit der Zeit der Organismus immer kränker. Und das Virus, das mindestens ein Organ des Organimus Deutschland befallen hat, das ist die Wirtschaftsideologie des Neoliberalismus. Diese Ideologie führte zu den Gesetzen, die einer neuen Großen Depression den Weg bereiten. Ich kann sagen, dass, je länger die herrschende Kaste - von Elite zu sprechen, verbietet sich hier selbstredend - ihrer Rechtfertigungsideologie frönt, desto wahrscheinlicher wird es zu einer Großen Depression kommen wie in den USA der Dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts. Es liegt an Ihnen, zu einem Bewußtseinswechsel beizutragen, zum Beispiel durch aktiven Protest bei der nächsten Bundestagwahl 2009. Allein schaffen es die Herrschaften nämlich nicht, sich von Ihrer Ideologie zu lösen!

Bitte an das Zitieren denken.

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Montag, 20. Oktober 2008

Aus der Reihe "Deppen wie wir" - Heute: Die Bayern und die Rentner

oder: Wahlbetrug der CSU in Bayern? Und haben die Medien mitgemacht?

- Folge 7 -

* Vorsicht, Glosse *

Eins vorweg: Es gibt doch so etwas wie investigativen Journalismus. Allen voran die Bild-Zeitung, die heuer verkündet, dass die Rentner 2009 viel mehr Geld kriegen werden.

Ich frage mich: Erstens, sind Rentner korrupt, dumm oder blöd oder zweitens, sind Rentner korrupt, dumm und blöd? Gerade bei den Wahlergebnissen der älteren Wählerschaft. Da kann man versucht sein, das passive Wahlalter auf ein Höchstalter von 67 Jahren zu begrenzen. Außerdem, wie oft wird das tolle (kommt von Tollkirsche) Rentner-Geschenk unserer hervorragenden Frau Dr. Angela Merkel (CDU) und unseres Leeders Peer Steinbrück (SPD) denn noch in der Bild-Zeitung wiederholt werden, damit jeder Depp kapiert, was er zu wählen hat. Arme Irre, die denen auf dem Leim gehen.

Sind die Bayern in ihrem bayerischen Kernland auch so irre? Erst jetzt werden die schlechten Zahlen der BayernLB kommuniziert. Hat da wohl einer nicht dicht gehalten im bayerischen alt-Sumpf der Macht? Und wo war die berühmte bayerische Presse? War die schon im Juli im Winterschlaf? Dafür, dass so viel Mist bei der BayernLB angefallen ist, kann ich nur festhalten: Hut ab! Vor Herr Beckstein und Herr Huber. 43% sind ein hervorragendes Wahlergebnis unter diesen Umständen. Bloß hat's koaner gwußt. Und jetzt koaliert die FDP mit der CSU. Da wird ausgemistet, sehr viel ausgemistet. Bloß fragen Sie mich net, woas? Das fragen Sie lieber Wendehals-Seehofer. und noch etwas, wie definiert man eigentlich Korruption?

Un no ans: Wer eine bayerische Zeitung gkauft, is selber schuld - oder so ähnlich.

Bei us in Hesse wirds so was devinitif net gebe'; wir have nämlischsch Roland Koch (CDU)! Tschuldigung, Späßle gmacht.

Gruß aus dem westlichen Frankfurt und Tschüss.

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Samstag, 18. Oktober 2008

Neues zur UBS von der Neuen Zürcher Zeitung

Neues zur UBS von der NZZ Online (17. Oktober 2008, 22:36):

UBS nach Rettungspaket unter Druck

Börsenkurs um fünf Prozent gefallen

Meine kleine Randbemerkung: Sie ist noch existenz. Des passt scho'. Weitere Kommentare erspare ich mir.

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Mittwoch, 15. Oktober 2008

Finanz-Krise - Warum versagte die herrschende politische Kaste in Deutschland?

Da der letzte Weblog-Eintrag immer länger wurde, habe ich ihn gesplittet, was dem vorliegenden Weblog-Eintrag zur Geburt verhalf. Dieser Eintrag wird aber erheblich kürzer werden, hoffe ich:

Können Sie sich das komplette Versagen in den Spitzen von CDU, CSU und SPD erklären? Ich schon. Die Antwort heißt Schneider-Syndrom...

...Dieses Syndrom ist benannt worden nach dem berühmten Schwindler Jürgen Schneider. Schlagen Sie bitte zunächst auf der PR-Darstellung der Deutsche Bank AG (Wikipedia-Webseite) nach. Dort werden sie nichts finden, komisch nicht... Zur Sache: Homogene Entscheidungsgremien wie der damalige Vorstand der Deutsche Bank AG unter der Führung von Erdnuß-König Hilmar Kopper weisen ein Entscheidungsverhalten auf, welches zu Fehlentscheidungen hin tendiert. In einem solchen Entscheidungsgremium ist es um die interne Kritikfähigkeit oftmals schlecht bestellt, so dass es auch auf Schwindler vom Schlage eines Jürgen Schneider herein fällt.

Jetzt wagen wir eine Analogie: Dieses psychologische Phänomen läßt sich auch in den Spitzengremien bei politischen Parteien beobachten. Wenn man sich gegenseitig bestätigt, fühlt man sich doch wohler. Desto größer ist dann - also - die sogenannte innerparteiliche Harmonie. Der Abgang eines Politikers vom Schlage eines Oskar Lafontaine z. B. verstärkt die Tendenz in der SPD zu Fehlentscheidungen. Das Schneider-Syndrom schlägt wieder unerbittlich zu. Und der Schwindler, diese Rolle übernimmt dann der Bankenverband; dessen erfolgreiches Lobbyistentum wurde einerseits durch die Homogenität der Parteispitze gedüngt und förderte andererseits aufgrund eigenem Agierens die Homogenität in der SPD-Politspitze. Mit Grausen müssen wir festhalten, dass das Schneider-Syndrom durch spezielles Lobbyisten-Interagieren eine gefährliche selbstverstärkende Komponente enthält. Erinnern Sie sich noch an den Genossen der Bosse? Lafontaines und Flassbecks stören bloß.

Denken Sie bloß nicht, dieses Syndrom wäre nur auf die SPD beschränkt. Machtvolles Wegbeißen von Angela Merkels Rivalen und die gleiche Lobbyistentümelei! Denken Sie bitte an das heimliche Credo der CDU: Was gut für die Wirtschaft ist, ist gut für die Gesellschaft. In Bezug auf die erfolgreiche Lobbyarbeit der Finanzindustrie mag ich hier keinen Unterschied zur SPD erkennen. Gleiche Falle. Punkt.

Aber die Steigerung ist dann doch die große Koalition. Schauen Sie sich die Harmonie zwischen Steinmeier und Merkel an. Die Harmonie ist das Gütesiegel der Ausschüsse. Was für SPD und CDU gilt, gilt genauso für die große Koalition. Mir wird langsam richtig schlecht. Armes Deutschland. Lassen Sie sich bitte etwas aufbauen - wie wäre es mit einem saublöden, aber zutreffenden politischen Witz ? Folgender Witz passt optimal hierher - Frage: Was ist der Unterschied zwischen Walter Steinmeier und Angela Merkel? Antwort: Angela Merkel ist eine Frau.

Der Begriff Schneider-Syndrom wurde zwar schon früher genutzt, geriet aber zwischenzeitlich in Vergessenheit. Mir erscheint es sinnvoll, diesen Begriff zum besseren Verständnis der parteipolitischen Entscheidungsprozesse heranzuziehen, die zum politischen Black-Out unserer bürgerlich-politischen Führungskaste geführt haben.

Eine Bitte: Zitieren nicht vergessen!

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Wann jagen wir sie endlich in die Wüste ?

In irgendeinem Forum hatte ich 'mal einen Kommentar versenkt, den ich jetzt versuchen will wiederzugeben:

F
rau Angela Merkel und Peer Steinbrück spielen sich als die großen Retter auf. Bei einem Unternehmen, das jahrelang heruntergewirtschaftet wird, muß irgendwann - früher oder später - die Führung gehen. So mußte Schremp seinen Vorstandsvorsitz bei Daimler räumen...

Aber in der Politik sieht es ganz anders aus: Nach dem Rücktritt Oskar Lafontaines erscheint es mir im Rückblick so, dass die Finanzwelt hinter den großen Spielern in Bundestag und Bundesrat entsprechende Soufleusen installiert hat. Anders kann ich mir die absolute Laissez-faire-Gesetzgebung seit Lafontaines Rücktritt nicht erklären. Im einzelnen:

  • Diverse sogenannte Finanzmarktförderungsgesetze (bitte googeln) der rot-grünen Koalition in der Ägide des damaligen Finanzministers Hans Eichel (SPD). Die Finanzmarktförderungsgesetze waren vom Bundesrat zu kontrollieren: Wenn ich mich an die vergleichsweise großmauligen Auftritte des damaligen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) in der Ausländergesetzesdebatte denke, dann war es verdächtig stumm bei Ihm und allen anderen Politgrößen der CDU/CSU-Fraktion, insbesondere der damaligen Oppositionsführerin, wie hieß sie doch bloß? Ach, das ist ja unsere jetzige Bundeskanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel (CDU). Auch der Spaßschreier Guido, ich meine Guido Westerwelle (FDP), der ist doch sonst so helle; warum herrschte bei ihm genauso eine qualifizierte Funkstille? Wissen Sie, was Immobiliengesellschaften auf Aktienbasis sind? Die gab es früher nicht.

    Kurz und knapp: Ohne diese Finanzmarktförderungsgesetze hätte es eine Finanzkriste, wie wir sie jetzt erleben, nie gegeben.

  • Kennen Sie das Kapitalanlageninformationsgesetz? Nö? Und durch googeln finden Sie auch nichts? Tja, dann liegen Sie vollkommen richtig. Das gibt es nicht. Warum? Unter der Ägide Hans Eichels (SPD) klammheimlich beerdigt, das Gesetzgebungsvorhaben. Fragen Sie doch mal bei Frau Dr. Angela Merkel nach der Rolle der damaligen Opposition...

  • Die Bafin, 2002 gegründet, war und ist ein zahnloser Tiger. Aufgaben bei der Bafin, Mittel bei der Deutschen Bundesbank. Und wissen Sie was, wer könnte so etwas verbrochen haben? Ich möchte keinen Namen nennen, das wäre zuviel der Ehre für die Helden des neoliberalen Wahnsinns in der Bundesregierung, in den bürgerlichen Oppositionsspitzen im Bundestag und in den Länderregierungen.

  • Kennen Sie den Koalitionsvertrag der großen Koalition. Könnte man vielleicht dort die Handschrift des Bundesverbandes deutscher Banken herauslesen? Natürlich nicht - direkt... Sie haben schon verstanden, nur die FDP möchte ich etwas stärker belasten. Die Steigerung der großen wäre eine gelb-schwarze Koalition gewesen. Im Anbetracht des derzeitigen Schadens wäre eine "neoliberalere" Koalition wohl noch schlimmer. Wenigstens das ist uns erspart geblieben!
Wenn Sie denken, dass Peer Steinbrück (SPD) und Walter Steinmeier (ebenso SPD) unbeteiligt waren, dann wissen Sie nicht, dass diese beiden Personen seit längerem in verantwortlicher Position bei der SPD sind. Wäre Herr Westerwelle in einem bedeutenden politischen Amte, müßte er auch zurücktreten, wenn er ehrlich wäre. Die Führungsriegen aller bürgerlichen politischen Parteien haben versagt! Weissgarnix wies in einem Weblog-Eintrag auf einen interessanten ARD-Videoclip zum Thema hin. Weitere sehr wertvolle Abhandlungen findet man im Weissgarnix-Weblog unter "Hans Tietmayer - eine Lösung oder ein Problem" ( von Franz Lübberding), und "Die Elite rettet sich selbst". Ein besonderes Schmankerl zu Peer Steinbrück lesen Sie in Egghat's Blog.

Es gibt allgemeine Vorschriften für das Inverkehrbringen von Chemikalien. Man weiß, Chemikalien sind möglicherweise gefährlich. In der fortschrittlichen Bundesrepublik sollte es doch eine Art Technikfolgeabschätzungen für Finanzprodukte geben. Selbst Bürokratiefolgeabschätzungen von Gesetzen waren in der politischen Diskussion. Und die Warner? Die wurden ausgebootet, damit kurzfristige Finanzinteressen durchgesetzt werden konnten. Warum wurde einer der besten deutschen Volkswirte, Herr Prof. Heiner Flassbeck, permanent ignoriert? Weil er Sand in das Spezial-Umverteilungsgetriebe gestreut hätte.

Man hat nichts gewußt? Oder es war so nicht vorherzusehen? Falsch, qualifizierte Warnungen gab es zu genüge. Kennen Sie das bekannte Weblog von Paul Krugman? Das Weblog des bekannten Nobelpreisträgers? Genau das meine ich.

Wenn die verantwortliche Riege die Risiken nicht hat vollständig überblicken können, dann hat sie grob fahrlässig gehandelt. Folgeabschätzungen aufgrund einer sehr wirkungsvollen Lobbygruppe zu unterlassen, ist sehr töricht.

Fairerweise sollte man zu seiner politischen Verantwortung stehen und zurücktreten. Andere sind schon aus viel unbedeutenderen Gründen zurückgetreten. Es wird Zeit, dass die politisch Verantwortlichen ehrlich die Konsequenzen ziehen und zurücktreten, insbesondere
  • Angela Merkel (CDU), Bundeskanzlerin,
  • Peer Steinbrück (SPD), Bundesfinanzminister,
  • Michael Glos (CSU), Wirtschaftsminister, und
  • Walter Steinmeier (SPD), Außenminister [von wegen unwissender Chef des Bundeskanzleramtes im damaligen Zentrum der Macht].

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Hartz-IV wurde 2008 nicht um drei, sondern um sechs Prozent gekürzt.

Drei Prozent Kürzung, das entspricht lediglich grob geschätzt der Inflationsrate für Deutschland 2008. Und die tatsächliche gesamtdeutsche Inflationsrate ist für 2008 doch etwas höher. Hierüber hinaus ist zu beachten, dass die Inflationsrate der ärmeren Bevölkerung grundsätzlich eine andere ist. Denn der zugrundeliegende Warenkorb müßte angepasst werden. Energie- und Nahrungskosten waren im Verhältnis stärker gestiegen. Damit kann ich mir an meinen fünf Fingern abzählen, dass die Inflationsrate erheblich höher ist. Mit 6% zu kalkulieren dürfte realistischer sein:

Allein für 2008 beträgt die Kürzung für Hartz-IV grob sechs Prozent.


Hat jemand bessere Zahlen?

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Freitag, 10. Oktober 2008

Die UBS ist pleite ! Aber der Superzombie lebt...

Bereits am 18. September 2008 erschien auf einer schweizer Webseite der Hinweis auf die sehr geringe Eigenkapitalquote der schweizer UBS-Bank in Höhe von nur 2,2%. Deren Bilanzsumme übersteigt ein vielfaches des schweizer Bruttoinlandproduktes (bitte googeln) - heute wie gestern (Video für Freunde des schwyzer dütsch)...

Jedenfalls erklärte der damalige Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel im Dezember 2007, dass die Bank mit neuen Eigenmitteln in Höhe von 19,4 Milliarden Franken für die weiterhin schwierigen Marktbedingungen gewappnet sein würde. Und die Bilanz explodierte geradezu.

Kann es sein, dass die Eigenkapitalquote eigentlich negativ ist? Die UBS wäre doch schon mit 0% pleite. Für mich hat die Fortexistenz der UBS-Bank etwas magisches...

Aber: Die UBS kann durch die Schweiz nicht gerettet werden und Superreiche haben dort ihre - vermutlich woanders steuerbefreiten, sprich hinterzogenen - Konten. Vielleicht ist die UBS-Bank so gegen die Widrigkeiten des Bankenkraches gewappnet. Ein Schelm, wer hier böses denkt.

Und vergessen Sie bitte nicht, wenn wir eine Schuldenkrise haben, dann muß es doch am anderen Ende Gläubiger geben. Und die wollen wohl ihr Hausbänkle net pleite gehe lasse, gell? Manchmal ist die Welt so einfach zu erklären.

Mein Fazit: Aus den gleichen Gründen wird die Deutsche Bank AG nicht pleite gehen können.

Schönes Wochenende,
Bernhard

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Nachtrag zu "Suspekte Webseiten online..."

Webseiten-Inhaber sollten auch Ihre eigene Seite checken lassen. Manche Seiten sind gehackt, ohne dass der Inhaber etwas weiß! Und wenn Google dann die Seite aus dem Verzeichnis bannt, kommt dann das große Fragezeichen. Das muß wirklich nicht sein.

Dieser Beitrag ist ein Nachtrag zum vorherigen Weblog-Eintrag.

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Dienstag, 30. September 2008

Wer stürzt in seiner Partei eher ab - Steinmeier oder Merkel?

Um einen richtigen Gradmesser für den politischen Absturz zu haben, beziehe ich mich auf die Rolle in der eigenen Partei. Schließlich wäre ein Überleben von beiden auch nach dem Ende der großen Koalition denkbar. Hier die Frage:



Die Umfrage wird solange fortgesetzt, bis einer der Beiden aus dem politischen Prozess ausgeschieden ist.

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