Dienstag, 19. März 2013

Solidarität mit Inge Hannemann [Update 2013-03-23]: Solidaritätspetition und Offener Brief

Liebe Leser,

ver.di Hamburg und Frau Hannemann gelangten zu einer gemeinsamen, solidarischen Perspektive (betrifft insbesondere den gewerkschaftlichen Rechtsschutz laut einer Facebook-Nachricht). Ich freue mich sowohl für ver.di als auch für Frau Hannemann. Insgesamt sehe ich Frau Hannemanns berufliche und Jobcenter-politische Position gestärkt (Links zu Webseiten von Inge Hannemann: Homepage / Weblog).

Danken möchte ich Elisabeth, Helga und Eric für das gemeinsame Engagement in Bezug auf einen Offen Brief.

Dieser Offene Brief ist neben der ihn unterstützenden Unterschriftenliste in Bezug auf ver.di Hamburg, so wie ich jetzt die Gesamtsituation sehe, hinfällig geworden. Dennoch möchte ich ihn im Netz belassen, denn er enthält eine essentielle Kritik in Bezug auf den Jobcenter-Umgang mit erwerblosen Menschen. Quasi als Kompromiß habe mich entschieden, den ver.di-Teil, weil obsolet, durchzustreichen:


Lieber Herr Bsirske,

Inge Hannemann ist eine ver.di-Kollegin aus Hamburg, die auf ihrem Weblog und in Vorträgen auf die Missstände im Hamburger Jobcenter aufmerksam macht. Sie tut dies mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen der Jobcenter-Mitarbeiter und zugleich die Situation der Leistungsbezieher, neudeutsch „Kunden“, zu verbessern. Wir haben große Achtung vor ihrem mutigen Engagement.

Wir vermissen ein ähnlich couragiertes Engagement seitens ver.di! Viele Mitarbeiter der Jobcenter leiden unter ihrer Situation, trauen sich jedoch nicht, ihre Erfahrungen und ihre Kritik öffentlich oder überhaupt zu äußern. Eine Kultur der Angst in einem Bereich, in dem es um die Existenzsicherung der Bevölkerung geht, stellt für die Zivilgesellschaft eine massive Gefahr dar. Sie bleibt auch nicht ohne Auswirkungen auf die Entwicklung der Löhne und Arbeitskultur in anderen Bereichen. Auch daher gehören die Probleme in bzw. mit den Jobcentern zum Kernbereich gewerkschaftlicher Arbeit.

Im konkreten Fall der Inge Hannemann, die wie gesagt ver.di Mitglied ist, verweigert die ver.di-Rechtsabteilung jedwede Unterstützung. Dies ist ein fatales Signal, weil es der Vereinzelung und Entsolidarisierung der Betroffenen Vorschub leistet. Wir wünschen uns engagierte und selbstsichere Fallmanager, die sich für ihre „Kunden“ einsetzen und im Falle von Verstößen gegen das Grundgesetz oder bei menschenverachtenden Vorgängen nicht schweigen.

Wir wünschen uns außerdem eine Gewerkschaft, die immer da, wo Missstände sichtbar werden, diese aktiv bekämpft. ver.di darf hier nicht versagen!

Solidarische Grüße nach Berlin

Mitglieder des ver.di-Bezirks-Erwerbslosen-Ausschusses Frankfurt am Main und Region


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1 Kommentar:

  1. Die Aussagen und Aufforderungen dieses offenen Briefes unterstütze ich im vollen Umfang.
    Auch ich erwarte als ver.di Mitglied hier von ver.di klare Positionierung gegen die Menschenrechtsverletzungen des Harz 4 Systems und lautstarke,medienwirksame, gewerkschaftliche Unterstützung von ver.di für diese engagierte ver.di Kollegin, deren Recht auf Meinungsfreiheit beschnitten wird und sie so gezwungen werden soll, Menschenrechtsverletzungen zu begehen.
    Andrea Hinz
    ( ver. di Mitglied)

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