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Mittwoch, 1. Juni 2016

Interview von André Brie zeigt die Distanz der Linkspartei zu prekär lebenden Menschen

{Redaktioneller Hinweis: Der Kommentar bezieht sich auf ein Interview mit André Brie in der Wochenpostille der Freitag mit dem Titel "Wir sind nur eine Papierpartei" (auch online lesbar: Ausgabe 16/16, 4. Mai 2016). Das Interview war anläßlich der Wahlerfolge der AfD.}

von Jens Wyrwa

"Ich rede von den Arbeitslosen, Armen und Abgehängten."
und
"... diese Leute inzwischen ein neues Ventil gefunden haben, um ihren Protest und ihre Verzweiflung auszudrücken: die AfD."
Und da war es wieder, das Sozialisten wir: "Wir müssen uns noch viel mehr einfallen lassen." Diese wir-müssen-Redewendungen, kann man auf fast jedem Linken Parteitag hören. Was meint dieses wir? Wenn Herr Brie meint, dass er noch kreativer sein könnte als bisher und noch intensiver am Thema arbeiten sollte, könnte er ja sagen: "ich habe es bisher versäumt, mich intensiv genug mit diesem Thema zu beschäftigen". Das tut er nicht, er sagt wir. Was aber sollen die ungenannten Menschen, die er in dieses wir einschließt, tun? Sie sollen sich intensiver und kreativer mit einem Thema beschäftigen, das Herr Brie wichtig findet und das eventuell in Konkurrenz steht zu den Themen, an denen diese Menschen bisher politisch arbeiteten: Das heißt für alle diejenigen, die sich von diesem wir (Herrn Brie ausgenommen) irgendwie angesprochen fühlen, bedeutet der Satz: "Ihr müsst euch noch viel mehr einfallen lassen." Innerparteiliche Demokratie und Wertschätzung gegenüber Mitstreitern klingt anders.

Auch wenn Brie in dem Interview nicht klarstellt, wen er mit dem wir meint, so wird in einer Vielzahl von Formulierungen deutlich, wen er nicht in sein wir einschließt, nämlich prekarisierte Menschen! Hier spricht Brie durchgängig von "... diesen ...". Zum Beispiel "Ich will, dass wir die Interessen dieser Menschen zu unseren machen." oder "Diese Menschen sind isoliert und oft einsam.".



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Dienstag, 29. April 2014

Zum 9. Hessischen Sozialforum 2014 (mit Christoph Butterwegge)

9. Hessisches Sozialforum, Prof.
Butterwegge am Mikrofon
Das 9. Hessische Sozialforum fand am 26. April 2014 in Frankfurt am Main im Haus am Dom (gehört dem katholischen Bistum Limburg) statt. Es hatte den Titel „Operation düstere Zukunft 2.0?“. Durch das Programm führte souverän Dr. Thomas Wagner, seines Zeichens Studienleiter bei der Diakonie Hessen.

Gegenüber dem Programm, welches auf der Diakonie-Webseite herunterladbar ist, gab es Änderungen:
  1. Begrüßung und Eingangsreferat: Sandro Witt, stellvertretender Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen
     
  2. Vortrag »Krise und Zukunft des Sozialstaates« von Prof. Dr. Christoph Butterwegge (Universität Köln)
     
  3. Beitrag von Monika

  4. Beitrag von Filip Kourtoglou, Vorsitzender der ver.di-Jugend Frankfurt am Main

  5. Beitrag von Myrella Dorn, Mitglied im ASTA der Goethe-Universität Frankfurt
Vor der Mittagspause gab es noch einige Fragen und Statements, so z. B. von Jürgen Hinzer, NGG-Gewerkschafssekretär im Ruhestand (NGG: Gewerkschaft Nahrungsmittel-Genußmittel-Gaststätten). Ich hatte nur begrenzt Zeit und kann deshalb nicht über die Workshops berichten.

Was mich verwunderte, war, dass es keine Kirchenmitglieder im Vormittagsprogramm gab. Das Forum ist nach links gerückt, könnte man zunächst vermuten. Die Rednerbeiträge zeigen, inwieweit diese Vermutung berechtigt war:

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Freitag, 28. Juni 2013

Ein historisches Meisterwerk: »Wahlwerbung 2013« von Daniel Glass

Gewöhnlich ehrt man Künstler, wenn sie verstorben sind. Mit dieser Tradition möchte ich heute brechen und Ihnen ein zeitgenössiges Kunstwerk präsentieren, das es in sich hat. Es hat den Titel »Wahlwerbung 2013« und stammt von Daniel Glass. Daniel veröffentlichte das Kunstwerk am 26. Juni 2013 auf googleplus. Es ist laut Daniel »gemeinfrei«:


Bei dem Kunstwerk handelt es sich um imaginäres Wahlkampfplakat; es persifliert Wahlkampfplakate der Gegenwart. Ich würde das Kunstwerk zwischen Pop-Art und Surrealismus ansiedeln. Kenner bezeichnen es als Brachialsatire. Die Kategorisierung als Brachialsatire finde ich zutreffend, weist dieser Ausdruck in seinem Grundtenor auf eine große Spannung hin. Das zugehörige Spannungsfeld umfasst die krasse Realitätsvermeidung von real existierenden Wahlkampfplakaten in der gegenwärtigen Zeit - ein Gegensatzpol - und die Wirklichkeit der heutigen Lebenswelt - der andere Gegensatzpol.

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