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Freitag, 10. August 2012

Das Angela-Merkel-Lied

Lieber Leser,

nach dem ich gelesen habe, dass Angela Merkel, die "große" Austeritätskanzlerin, in vielen Teilen der Bevölkerung sehr beliebt ist, habe ich ein variables Lied konzipiert, dass in seiner Vielfalt dem Einfältigkeitsreichtum der Merkel-Fans außerordentlich gerecht wird:

  1. Für Facharbeiter und Bildzeitung-lesende Merkel-Fans habe ich den Text bewußt sehr einfach gehalten. Wer mehr Text singen will, kann gerne die erste Strophe (die einzige), so oft wieder holen, wie sie oder er will:
    Brüning!
  2. Für die gebildeteren Mittelschichtler habe ich den Text auf drei Strophen erweitert, was der allerorten zu beoachtenden geringen Aufmerksamkeitsspanne und den hiermit verknüpften modernen Fernsehgewohnheiten des öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehens im besonderen Maße Rechnung trägt. Wem die drei Strophen nicht genügen, kann sie beliebig oft wiederholen. Hier die Strophen:
    Brüning!

    Brüning!

    Brüning!
  3. Intelligentere Oberschichtler, die sich in ihrer verrohenden Bürgerlichkeit und ihrem volkswirtschafts-religiösen Narrentum für intelligenter halten, was ich absolut nicht nachvollziehen kann, neigen zu sprachlich-elitärer Abgrenzung. Für diese nur zahlenmäßige Minderheit, sie hat ansonsten das Sagen in unserer Pseudo-Demokratie, habe ich die drei Strophen dem elaborierten Sprachstil angepasst und erweitert:
    Brüning, Brüning, Brüning, Brüning, Brüning!

    Brüning, Brüning, Brüning, Brüning, Brüning!

    Brüning, Brüning, Brüning, Brüning, Brüning!
Mein Lied läßt sich vielfältig einsetzen. Statt bei »Angie« von den Rolling Stones, was die Stones Merkel übrigens untersagt haben, auf Merkel-Veranstaltungen mitzusingen, können wir jetzt überall Angela Merkel den rechten Tribut zollen, wenn wir extra für sie das Angela-Merkel-Lied anstimmen. Der Text ist ja nicht allzu schwer. Und außerdem: Das Angela-Merkel-Lied ist GEMA-frei; es unterliegt der CC-Lizenz.

Trillerpfeifen sind out. Es lebe das Angela-Merkel-Lied. Auch unmusikalische Menschen beherrschen das zweisilbige Versmaß...






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Freitag, 28. August 2009

Wer bezahlt die Kosten der Krise? Was meint die Piratenpartei?

Sabine Leidig, ehemalige Bundesgeschäftsführerin der globalisierungskritischen Netzwerks Attac, kündigte an, sich im Wahlkampf auf das Thema Sozial- und Wirtschaftspolitik zu konzentrieren: „Alle anderen Parteien schweigen sich beharrlich darüber aus, wie sie die Folgen der Wirtschaftskrise bezahlen wollen. DIE LINKE beantwortet diese Frage klar und eindeutig: Diejenigen, die die Krise verursacht haben, müssen nun auch dafür aufkommen. Auf keinen Fall dürfen die Kosten der Krise mit einer ‚Agenda 2020’ auf Arme und Durchschnittsverdiener abgewälzt werden. DIE LINKE ist die einzige Partei, die für die notwenige Umverteilung von oben nach unten eintritt. Das ist einer der Gründe warum ich heute in DIE LINKE eingetreten bin.“

Quelle: Dr. Achim Kessler, hessischer Landespressesprecher der Partei Die Linke.

Anmerkung: Sabine Leidig kandidiert bei der Bundestagswahl für Die Linke.

Ob die Piratenpartei eine klare Haltung zur Finanzierung hat? Als eindimensional ausgerichtet Partei hat sie hier eine große Schwäche. Beachten Sie hier bitte meinen Weblogeintrag vom 25. August 2009.

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Dienstag, 23. Juni 2009

Peak Oil - Anfang einer neuen Strukturkrise

Wer hat es noch nicht mitbekommen, der Finanzkrise folgt die Wirtschaftskrise folgt die Öl-Strukturkrise. Dieser Satz ist für Döddels*, aber im Grunde genommen falsch. Die Finanzdienstleistungswirtschaft, um mal richtigen Wortgebrauch zu betreiben, hat hat eine Krise. Jede Finanzkrise ist eine Wirtschaftskrise. Und wenn eine Wirtschaftskrise sich zu einer großen volkswirtschaftlichen Krise mausert, spricht man von einer Wirtschaftskrise. Die Begriffe werden falsch benutzt, mit Absicht?

Und dann die Öl-induzierte Strukturkrise? Das ist wohl ein neuer, ein verschärfender Teil der Wirtschaftskrise? Neu: Man merkt mehr. Ich frage mich, was ist das für ein saudummes Wirtschaftssystem, das seit längerem bekannte Tatsachen nicht genug registriert und entsprechend lahm reagiert, Stichwort anthropogene Klimaänderungen? Ab in die Tonne?

Genug der Polemik, ich habe ein schönes Zitat für Sie, gefunden im Querschüsse-Weblog:

> Dieser Chart sollte unserer Lebensweise Demut zollen! Unfassbare Kreditexpansion und billige fossile Umwandlungsenergie sind die Verantwortlichen von unserem ausgeprägten aber nur partiellen Wohlstand. Aber beide Quellen unserer nicht nachhaltigen Lebensweise sprudeln nicht auf Dauer! Ohne Kredit und Öl ist dieses System nichts! Quelle Grafik: Paulchefurka.com <

Dort können Sie mehr zum Thema lesen...

Nicht vergessen: Am meisten Gewinn können Industrien abwerfen, die man schon seit längerem abgeschrieben hat, aber laufen und laufen und laufen. Schönen Gruß an die Atomwirtschafts-Lobbyparteien im Deutschen Bundestag.

* anderes Wort für Deutscher Durchschnittsdepp (Plural), klingt aber etwas milder, liebevoller.

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Samstag, 25. April 2009

Du bist Island

Wenn Sie denken, dass Sie Deutschland sind, haben Sie sich tief geschnitten. Wir/Sie sind nämlich Island. Warum?

Islands Bankenlandschaft (Kaupting Bank) vergiftete sich und damit seine Anleger mit toxisch/wertlos gewordenen Wertpapieren. Und in Deutschland könnte es ähnlich aussehen, oder? Wie ich dem Blog von Egghat entnehmen konnte, belief sich, Stand Februar 2009, der Bestand an toxischen Wertpapieren in Deutschland auf 816 Mrd. €, also 816000 Millionen € - Tendenz eher steigend!

Um mit der Zahl etwas anfangen zu können, muß man diese in Bezug setzen. Am besten setzt man sie in Bezug zum BIP, dem Bruttoinlandsprodukt (früher benutzte man das BSP, das Bruttosozialprodukt). Ich rechnete anhand des 2007er Wertes und des Wirtschaftswachstum von 1,7% das BIP 2008 auf 2464 Mrd. € hoch. Geht man dieses Jahr von einer Schrumpfung (Minuswachstum und Negativwachstum sind saublöde Begriffe) von 5% aus (der Wert dürfte höher liegen), dann kann man 2009 mit einem BIP von 2341 Mrd. € rechnen. Das bedeutet, die toxischen Wertpapiere würden bei einem Schrumpfen unserer Volkswirtschaft um 5%, dann einen tatsächlichen Anteil von rund 35% unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit in Deutschland ausmachen (Ob, und gfs. wann, diese Papiere wieder zu ihrer Werthaltigkeit zurückfinden werden, darf sehr bezweifelt werden). Geht man von einer noch größeren Schrumpfung unserer Volkswirtschaft aus, dann wird es ganz düster. Im Vorjahresvergleich nahmen Februar 2009 in der Eurozone (EU 16) beispielsweise die Industrieaufträge um 34,5% ab. Der Prozeß setzt sich fort.

Wie dem auch sein mag, 35% am Leistungsvermögen unserer Volkswirtschaft schon jetzt, das ist ein Hammer. Deshalb schrieb ich, Du/wir sind Island. Dann kommen noch enorme Steuerausfälle, viel höhere Sozialkosten (Alg I, II) auf den deutschen Staat zu. Verlieren einige Anleger das Vertrauen und verweigeren den Kauf neuer oder abzulösender Staatsschulden, dann werden wir viel über einen Staatsbankrott lesen...

Ganz wichtig: Der Bürger, also Sie und ich, das Wahlvieh sozusagen, haben einen Anspruch darauf zu wissen, wie es in der vorliegenden Situation tatsächlich aussieht. Dass die Veröffentlichung der Daten, was eigentlich eine staatliche Selbstverständlichkeit sein sollte, durch die Staatsanwaltschaft verfolgt werden soll, ist eine Schande. Da sehen Sie, wie Lobbygruppen unser Rechtssystem bereits erheblich ramponiert/korrumpiert haben. Das ist wirklich ein Skandal. Wenn eine Bundesregierung solch eine Gesetzgebung verursacht, dann muß sie aus ihren Ämtern gejagt werden, meinen Sie nicht auch?

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Freitag, 7. November 2008

In Memorial: Niklas Luhmann verstarb gestern vor zehn Jahren // Der Luhmannsche Zettelkasten

Niklas Luhmann ist für mich ein großer Denker im 20. Jahrhundert.

Am meisten hat mich sein Zettelkasten, eine Wissensdatenbank besonderer Güte, fasziniert. Mein Lob gilt besonders Daniel Lüdecke, der sich die sehr, sehr große Mühe machte, das Prinzip des Luhmannschen Zettelkastens in ein brauchbares Programm zu übertragen....

...Hmm, das Programm ist kostenfrei. Die Version 2.82 läuft unter Windows. Die Version 3 ist in der Mache und basiert auf Java. Das heißt, Mac- und Linux-Nutzer werden das Programm demnächst nutzen können. Zur Zeit ist die Version 3 in der Erprobungsphase.

Das Geniale an Daniels Zettelkasten nach Luhmann ist der Luhmannsche Grundgedanke der vernetzten Verschlagwortung. Können Sie damit etwas anfangen? Also: Zunächst einmal haben Sie bei Luhmann eine Zettelkastenkartei mit einer "Nummer" (chronologische Sortierung) für jeden Zettel bei Luhmann. Jeder beschriebene Zettel enthält außer dem Zetteltext noch verschiedene Schlagwörter, mindestens aber ein Schlagwort. Dann haben Sie ein zweite Kartei im Zettelkasten mit den alphabetische sortierten Schlagwörtern, ein Schlagwort pro Karteikarte. Und jede Schlagwortkarteikarte enthält Nummern (mindestens eine), wobei jede Nummer auf einer Schlagwortkarteikarte genau einen Zettel präsentiert, der diesem Schlagwort zugeordnet ist. Es bildet sich im Laufe der Zeit ein Netzwerk von Zetteln heraus, die über Schlagwörter vernetzt sind. Dieses "Zettel-Spinnennetz" symbolisiert die versteckte "Intelligenz" des Zettelkastens und geht über die Einzelinformation eines einzigen Zettels hinaus. Genau das ist der Clou des Luhmannschen Zettelkastens.

Niklas Luhmann erklärt seinen Zettelkasten +/-


Daniels elektronischem Zettelkasten liegt das eben beschriebene Strukturierungsprinzip des Luhmannschen Zettelkastens zugrunde. Und das besondere an dem elektronischen Zettelkasten ist die 100%ige Umsetzung des Strukturierungsprinzips als Kern des Luhmannschen Zettelkastens. Also, die Schlagwörter vernetzen die Einträge miteinander. Es gibt keine Hierarchie, das heißt die zeitlich gewachsene Vernetzung ist das eigentliche Geheimnis des Lüdeckschen Zettelkastenprograms genauso wie beim Luhmannschen Vorbild.

Übrigens, jetzt wissen Sie, warum ich auf "Blogspot" (Blogger.com, aufgekauft durch Google) poste. So ist es bei einem Blogger.com-Weblog möglich, genau so wie bei Daniels elektronischem Zettelkasten, das Luhmannsche Zettelkasten-Strukturisierungsprinzip zu nutzen. So ist der "Zauber" meines Weblogs die Schlagwortliste (Labels). Wegen der realen vernetzten Verschlagwortung meiner Weblogeinträge (als quasi-Zettelersatz) ist mein Weblog genauso ein luhmannscher Zettelkasten wie das Zettelkastenprogramm Daniel Lüdeckes. Das besondere an meinem Weblog ist die bewußte Übertragung des Zettelkastenprinzips auf ein Weblog.

Doch mein Weblog ist in einem Punkt etwas anders als der Luhmannsche Zettelkasten. Beim Luhmannschen Zettelkasten können praktisch Einträge "verschwinden", wenn sie zunehmend ohne Schlagwort-Vernetzung zu anderen Einträgen (Zettel) vereinsamen. Daher habe ich meinem Weblog eine Rubrikenliste zusätzlich zur bestehenden Schlagwortliste hinzugefügt:Das ist eine ausgewählte Liste mit wenigen besonderen Stichwörtern aus der Schlagwortliste. Der Clou ist, dass jeder Eintrag mindestens einem Schlagwort der Rubrikenliste zugeordnet ist, so dass eine Grundvernetzung gewährleistet ist.

Technische Einschränkung: Die Verschlagwortung ist auf zwölf Schlagwörter pro Eintrag begrenzt. Das sollte aber nicht weiter stören. Ob die Schlagwortliste (Labels) seitens Google auf eine bestimmte Anzahl von Schlagwörtern beschränkt ist, weiß ich nicht. Eine Beschränkung auf unter 1000 Schlagwörter wäre einem Luhmannschen Zettelkasten abträglich. Nähere Informationen hierzu liegen mir leider nicht vor. Wissen Sie näheres?

Mein Tipp: Lassen Sie sich nicht ein auf ein Weblog ohne Verschlagwortung. Das war, nebenbei bemerkt, für mich der Hauptgrund gegen ein Wordpress-Weblog, dem das Merkmal Verschlagwortung fehlt.

Noch ein Tipp: Der Googler-Reader erlaubt genauso wie die Google-Lesezeichen (Link inzwischen erloschen: http://www.google.com/bookmarks, Nachtrag 2017-04-20) eine mehrfach Verschlagwortung. Folglich ist das Grundprinzip der Luhmannschen Mehrfach-Verschlagwortung bei diesen googleschen Internet-Dienstleistungen anwendbar.

Und welche Bedeutung Luhmann aus meiner Sicht auf die Ökonomie hat oder haben könnte, da habe ich schon eine kleine Idee... Demnächst mehr in diesem Weblog! Und über Anregungen zum Thema per eMail würde ich mich freuen.

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Attacs Kinospot

Oder: Wer die CDU wählt, ist selber schuld

Schauen Sie sich bitte erstens den Attac-Kinospot an und dann klicken Sie bitte zweitens auf den darunter liegenden Link und lesen sich den Text durch:

1. Attack-Kinospot +/-


2. Der Link führt zu einem Weblog-Eintrag von Weissgarnix mit dem Titel "Retter des Kapitals". Roland Koch hat sich viel ereifert in den letzten Jahren und war immer aktiv als Ministerpräsident im Bundesrat. Aber alles, was die Krise erst ermöglich hat(!) , hat dieser Mann mitgetragen. Er ist nicht wählbar! Wollen Sie, falls Sie in Hessen wählen dürfen, wirklich bei der nächsten hessischen Landtagswahl den Teufel Wirtschaftskrise mit dem Beelzebub Roland Koch (CDU) austreiben?

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Mittwoch, 5. November 2008

Barack Obamas Steuer- und Wirtschaftspläne...

... vorläufig !

Was Barack Obama vor hat, finden sie hier (Los Angeles Times, Online-Ausgabe). Dort finden Sie weitere vertiefende Links.

Doch Vorsicht: Obwohl die L. A. Times das als aktuelle Obamas Basics verkauft, gilt die Aussage, dass das alles letztlich Wahlkampfaussagen sind. Die Realität wird zeigen, was davon übrig bleibt. Positiv ist aber, dass Obama jetzt zwei Jahre Zeit hat, bis ein Drittel des Kongresses neu gewählt wird.

--> Von seinen weiteren Plänen und deren Durchsetzung hängt es ab, ob er die Umverteilungsorgie nach oben stoppen kann und damit eine neue Great Depression verhindert.

Man kann ihm nur viel Glück wünschen.

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Donnerstag, 30. Oktober 2008

Warum gibt es in Deutschland eigentlich kein Bankentransparenzgesetz?

- Oder: Steinbrücks Rücktritt ist überfällig -


Manchmal bringt Die Zeit noch etwas lesenswertes außerhalb des Herdentrieb-Weblogs hervor - hier ein Interview +/- {Erwin Wagendorfer, Regisseur von "Let's Make Money": "Dieses Wirtschaftssystem ist brutal"}, aus welchem ich einen Absatz zitieren möchte: "Dafür gibt es genug Beispiele. Ich habe in Afrika gedreht, wo der Westen die Rohstoffe ausbeutet. Diese werden dann nach Europa geschafft und die Gewinne daraus in Steueroasen angelegt, sodass den Staaten Steuergelder entgehen. Und jetzt müssen die Banken, die in Spekulationen mit diesen Geldern verwickelt waren, wiederum mit Steuergeldern gerettet werden – das ist doch pervers. Aus den virtuellen Spekulationsblasen werden so plötzlich reale Verluste."...

...Das kann man so einfach stehen lassen, wie es ist. Ich bin mal gespannt, inwieweit Peer Steinbrück sich als Papiertiger outen wird. Ich wette um nichts, dass es so sein wird. Er wird nämlich z. B. nicht die Steueroasen im Channel, Belgien, Luxemburg oder Österreich und schon gar nicht die Schweiz austrocknen. Seine (wenn Sie dem Link folgen, lesen Sie bitte unbedingt den ersten Absatz) Forderungen an die Schweiz sind reines Ablenkungsmanöver für Bild-Leser. Oder fallen Sie etwa auch darauf rein?

Herr Steinbrück, entweder Sie schaffen bald ein Bankentransparenzgesetz, das einen Austrocknungseffekt hat, oder treten zurück. Wir müssen nicht die Schweiz, Österreich oder die Kayman-Inseln oder Guernsey zu irgendetwas wolkenkuckuckshaftem auffordern. Es reicht, die richtigen Gesetze in Deutschland für die heimischen Banken selbst zu beschließen und für deren Umsetzung zu sorgen.

Tipp: Googeln Sie bitte mal Bahamas und Boehringer, nur so zum Spaß... Oder fahren dort hin und recherchieren ein klein wenig! Aber, dass unsere Schein-Elite (Herrschende Kaste) schweigt, hat einen tiefen und sehr finsteren Grund.

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Freitag, 24. Oktober 2008

Aus der Reihe "Deppen wie wir" - Heute: Peer Steinbrück

Oder: Wann tritt Peer Steinbrück endlich zurück?

- Folge 8 -

Lieber Leser,

Peer Steinbrück gilt als ausgemachter Krisenmanager, so die Medien. Das sollte man aber kräftigst hinterfragen!

IKB für 9200 Mio € gekauft, IKB für 160 Mio € verkauft? Super Geschäft! So eine Bank hätte man gefahrlos Pleite gehen lassen können. Aber: Wer die Gläubiger wohl sein mögen, denen Peer Steinbrück das Geld gerettet hat? Ob das vielleicht Deutsche waren? Oder auch nicht? Egal, blechen mußte der Deutsche Steuerzahler. Frage: Es gibt doch bereits eine Strafanzeige auf Untreue gegen unseren Oberlehrer-Amateur-Bundesfinanzminister. Der Text ist nicht ganz oben, da müssen Sie etwas scrollen. Leider schrieb RA Dr. P. Ausborn dort auch, dass die Staatsanwaltschaft, hier Düsseldorf, wahrscheinlich nicht (!) weiter ermitteln wird. Nichtsdestotrotz würde ich mich nicht wundern, wenn mehr Menschen Strafanzeige erstatten würden!

Glauben Sie etwa immer noch, dass Herr Steinbrück (SPD) ein guter Finanzminister ist? Dann schauen Sie sich bitte einmal die nachfolgenden beiden Video-Clips an:

Video 1 +/-


Video 2 +/-


Dank an Weissgarnix (Blog gelöscht, der Link führt ins "Nirvana") für mindestens den unteren Link.

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Dienstag, 21. Oktober 2008

25% Eigenkapitalrendite und deren volkswirtschaftliche Bedeutung - oder Ackermann versus Livingston

Josef Ackermanns Zielvorgabe an die Deutsche Bank AG, 25% Eigenkapitalrendite erzielen zu müssen, ist schon eine Erläuterung wert. Ich ziele nicht auf die internationale Konkurrenzfähigkeit seines Arbeitgebers; sondern es geht mir vielmehr um den gesamtwirtschaftlichen Aspekt seiner alten Aussage...

Einfluß von allgemein hohen Eigenkapitalrenditen auf die Volkswirtschaft

... Also, ich fragte einen mir persönlich bekannten Unternehmensberater ( BWL-ler), ich hätte so einen saublöden Gedankengang, der will mir einfach nicht aus dem Kopf. Ob er mir denn helfen könne, diesen zu widerlegen?

Der Kern des Gedankenganges ist folgender: Wir tun so, als ob Deutschland eine geschlossene Volkswirtschaft wäre +/- {Man kann das Ganze auch auf die Weltwirtschaft als quasi-geschlossene Volkswirtschaft verallgemeinern, wenn man denn so will.}. Dann ziehen wir noch Inflationsrate und Wirtschaftswachstum ab +/- {kleine Fehlerteufel: nicht nur ex-ante-Näherungsfalle, sondern die allgemeine verwandte Subtraktionsformel ist nur eine gute Näherung, man kann aber den Realzins exakt berechnen}. 5% kommen zur Zeit grob gerechnet ungefähr hin für das, was als Korrektur abzuziehen ist: Pi mal Daumen reduzieren wir die Ackermannschen 25% Eigenkapitalrendite auf ca. 20%. Ziehen wir ein paar Prozentpunkte Steuern ab, dann bleibt immer noch ein richtig großer Batzen übrig.

Also, was hat es mit diesem Batzen jetzt genau auf sich? Da wir in einer geschlossenen Volkswirtschaft sind, muß dieser Gewinn ja nicht nur irgendwo her kommen. Da wir diese Größe bereinigt haben +/- {Ein anderer Lösungsweg wäre mächtig (beschleunigend) zu inflationieren, aber wir gehen der Einfachheit halber von einer konstanten Inflationsrate aus.}, bewegen wir uns jetzt auf der Nullsummenebene! Das heißt für jedermann, dass dieser Zufluß irgendwohin im gleichen Umfange in einer Art Einbahnstraße abfließt, und dass Vermögenswerte genauso einbahnstraßenmäßig den Eigentümer wechseln und sich mit der Zeit bei wenigen Kapitalsammelstellen (sogenannte Superreiche) anhäufen. Mit anderen Worten: Wo ein Schuldner, da ist bekanntlich auch ein Gläubiger. Wenn sich auf der einen Seite Guthaben (und Vermögen) anhäuft, vergrößert sich auf der anderen Seite der Schuldenberg. Es ist alles nur eine Frage der Zeit: Die untere Schicht fällt als Nachfrager aus; aber nur Luxusjachten, die finden weiterhin sichere Abnehmer.

So weit so gut, das sollte mir der Unternehmensberater bis hierher widerlegen. Er hatte es aber leider nicht geschafft. Haben Sie eine Entgegnung?

Weiter im Text: Frei nach Karl Marx kommt es zur Kapitalakkumulation - besser: Kapitalverschiebung. Die Eigentümerstrukturen sind in unserer Volkswirtschafts so, dass der allergrößte Anteil des Produktivvermögens Eigentum eines kleinen Bevölkerungssegments ist. Nennen wir dieses Segment doch einfach Oberschicht Herrschende Kaste. Diese Bevölkerungsgruppe zeichnet sich dadurch aus, daß sie den Batzen nur zum geringen Teil wieder ausgibt. Der Kapitalkonzentrationsprozess bedingt in unserer Volkswirtschaft zwangsläufig eine Auszehrung und Verarmung auch der Schichten mit geringem Produktivvermögen. Anders ausgedrückt haben wir gar kein (Friedmanisches) volkswirtschaftliches Gleichgewicht, sondern vielmehr einen Geldkreislauf, der auf einer Seite immer mehr verklumpt! Und die fehlende Massennachfrage wird nicht ersetzt. Für ein kleineres Unternehmen mag eine zwischenzeitlich hohe Eigenkapitalrendite angehen, ist aber die Volkswirtschaft dauerhaft als Ganzes von hohen Eigenkapitalrenditen betroffen, dann "gute Nacht". Volkswirtschaftlich bedeutet dies eine langfristige Tendenz zur Depression.

Zur aktuellen Finanzkrise

Apropos Finanzkrise, zur Zeit meint man, nur ein Liquiditätsproblem lösen zu müssen. Das ist insoweit richtig, schließlich ist die Finanzkrise - oberflächlich betrachtet - im wesentlichen eine Bankenkrise. Ist das Vertrauen (zwischen den Banken) erst wieder hergestellt, fließe das Geld wieder richtig. Bloß, wenn wir einen konjunkturellen Abschwung haben, dann müssen die Banken trotzdem vorsichtig sein. Man will sich ja keine (neuen) faulen Eier ins eigene Nest legen. Mit dem Vertrauen und der Kreditvergabe ist das dann doch so eine Sache...

Wie das mit dem Vertrauen auch sein mag, diese Diskussion geht meiner Ansicht nach am Kern vorbei. Man muß davon ausgehen, dass die Finanzkrise nur ein Element der tatsächlichen realwirtschaftlichen Krise ist. Die Finanzkrise ist sozusagen die erste Welle des Tsunamis. Sie hat einen beschleunigenden Effekt, obschon die aktuellen staatlichen Eingriffe eine entschleunigende Wirkung haben oder haben werden könnten. Für reißerische Journalisten geben akute Krisensymptome viel mehr her als ein vergleichsweise langsames, stetiges Dahinsiechen der Volkswirtschaft . An die Arbeitslosigkeit hat man sich gewöhnt und über getürkte amtliche Arbeitslosigkeitsstatistiken regt sich kein Journalist auf. Nicht nur die Journaile ist ignorant; die Grundtendenz der Krise beeinflußt der Gesetzgeber im Augenblick überhaupt nicht. Im Gegenteil, wenn man sich Hartz-IV (Inflationsausgleich?) und die Mindestlohndebatte (des allgemeinen Mindestlohnes) anschaut, dann wirkt der Gesetzgeber insgesamt krisenverschärfend. Die aktuellen Rettungsvorhaben dienen allein dazu, die Liquidität und die Eigenkapitalunterfütterung der Banken zu sichern oder vielmehr wiederherzustellen. Aber das wird garantiert nicht ausreichen.

Näher am Kern des Problems ist zum Beispiel Prof. Dr. Heiner Flassbeck. Er fordert ein keynesianisches Konjunkturprogramm zur Vermeidung einer einschneidenden tiefergehenden Rezession. Und er sprach in einer HR2-Der-Tag-Radiosendung die Umverteilungsproblematik direkt an. Gleichermaßen sprach Otmar Schreiner das Kernproblem der Umverteilungsproblematik an, diesmal im ARD in der Anne-Will-Sendung vom 19. Oktober - leider nur ganz kurz. Es ist die Einkommensentwicklung der letzten Jahrzehnte von Löhnen und Gehältern. Die Massenkaufkraft litt. Wenn man sich eine Wippe vorstellt, war die zugehörige Einkommensentwicklung immer unten und die Entwicklung der Gewinne immer oben. Und genau das, so der Wirtschaftshistoriker Prof. James Livingston, sei der Hauptgrund der Großen Depression in den 30er Jahren in den USA gewesen. Er schrieb zwei sehr aufschlussreiche Artikel zu diesem Thema in seinem Weblog [Nachtrag 2010-02-11, 14:55 Uhr: Die beiden Texte sind auf einer anderen Seite nachzulesen, zu der ich neu verlinkt habe. Das Weblog von James Livingston wurde zwischenzeit gelöscht] :

  1. Their Great Depression and Ours, Part I
  2. Their Great Depression and Ours, Part II
Prof. Livingston hat es auf den Punkt gebracht. Dass sich soviel Kaufkraft-entzogene Liquidität (sehr große Profitrate!) gebildet hatte, bleibt doch als Ursache bestehen, auch in Deutschland. Die aktuelle Politik unserer derzeitigen Bundesregierung verstärkt die Fehlentwicklung:

  • Der abgesenkte EkSt-Spitzensteuersatz
  • Die reduzierte Gewinnbesteuerung
  • Die Abgeltungssteuer
  • Die Erbschaftsteuerreform
Allesamt sind sie Profitpromotoren - das heißt, der Neolib-Sperrmüll ist und bleibt das krisenauslösende Moment.

Wir sind Exportweltmeister, von den hohen Profiten müßte doch zwischenzeitlich etwas in dem unteren Einkommenssegment angekommen sein. Oder sind die Arbeitnehmer etwa reingelegt worden? Statt dessen hat sich ein änderbarer Zustand der Unterbeschäftigung eingestellt. Unterbeschäftigung abzuschaffen kann nicht Ziel der Herrschenden Kaste sein, denn so kann man bequem die Arbeitnehmer einschüchtern und die Gewerkschaften klein halten. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass nach Livingston der Hauptgrund der Großen Depression die ständig steigenden Profite waren, die auf Kosten der Löhne und Gehälter gingen.

Die Krise der Realwirtschaft ist eine Dauerkrise und wird sich verschärfen, wenn man weiterhin wie Guido Westerwelle (FDP) das Problem leugnet. Was nutzen etwa Steuersenkungen bei Menschen, die keine Steuern zahlen? Kann das bitte jemand Herrn Westerwelle näher erläutern? Solange der Mainstream neoliberal bleibt, werden wir auf immer stärker werdende soziale Konflikte zusteuern. Und die Finanzkrise wird in eine Dauerkrise des Kapitalismus einmünden. Es ist selten dämlich, volkswirtschaftliche Probleme betriebswirtschaftlich lösen zu wollen! Schlimm sind dann solche hohlen Sprüche wie "soziale Gerechtigkeit statt Verteilungsgerechtigkeit" von interessierter Seite (der Frankfurter Zukunfsrat hat seine Unterseite http://www.frankfurter-zukunftsrat.de/Anspruch inzwischen gelöscht, Stand 2017-04-20, ziemlich peinlich.) Herrschenden Kaste
dienen können. Bloß weil man als kleine Interessensgruppe über sehr große finanzielle Ressourcen verfügt, heißt das noch lange nicht, dass man mit seiner Ideologie im Recht ist. Da hilft auch die größte Geheimbündelei nichts!

Abgesang auf den Neoliberalimus

Gerät ein Organ eines Organismus aus den Fugen, wird mit der Zeit der Organismus immer kränker. Und das Virus, das mindestens ein Organ des Organimus Deutschland befallen hat, das ist die Wirtschaftsideologie des Neoliberalismus. Diese Ideologie führte zu den Gesetzen, die einer neuen Großen Depression den Weg bereiten. Ich kann sagen, dass, je länger die herrschende Kaste - von Elite zu sprechen, verbietet sich hier selbstredend - ihrer Rechtfertigungsideologie frönt, desto wahrscheinlicher wird es zu einer Großen Depression kommen wie in den USA der Dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts. Es liegt an Ihnen, zu einem Bewußtseinswechsel beizutragen, zum Beispiel durch aktiven Protest bei der nächsten Bundestagwahl 2009. Allein schaffen es die Herrschaften nämlich nicht, sich von Ihrer Ideologie zu lösen!

Bitte an das Zitieren denken.

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Samstag, 18. Oktober 2008

Neues zur UBS von der Neuen Zürcher Zeitung

Neues zur UBS von der NZZ Online (17. Oktober 2008, 22:36):

UBS nach Rettungspaket unter Druck

Börsenkurs um fünf Prozent gefallen

Meine kleine Randbemerkung: Sie ist noch existenz. Des passt scho'. Weitere Kommentare erspare ich mir.

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Mittwoch, 15. Oktober 2008

Finanz-Krise - Warum versagte die herrschende politische Kaste in Deutschland?

Da der letzte Weblog-Eintrag immer länger wurde, habe ich ihn gesplittet, was dem vorliegenden Weblog-Eintrag zur Geburt verhalf. Dieser Eintrag wird aber erheblich kürzer werden, hoffe ich:

Können Sie sich das komplette Versagen in den Spitzen von CDU, CSU und SPD erklären? Ich schon. Die Antwort heißt Schneider-Syndrom...

...Dieses Syndrom ist benannt worden nach dem berühmten Schwindler Jürgen Schneider. Schlagen Sie bitte zunächst auf der PR-Darstellung der Deutsche Bank AG (Wikipedia-Webseite) nach. Dort werden sie nichts finden, komisch nicht... Zur Sache: Homogene Entscheidungsgremien wie der damalige Vorstand der Deutsche Bank AG unter der Führung von Erdnuß-König Hilmar Kopper weisen ein Entscheidungsverhalten auf, welches zu Fehlentscheidungen hin tendiert. In einem solchen Entscheidungsgremium ist es um die interne Kritikfähigkeit oftmals schlecht bestellt, so dass es auch auf Schwindler vom Schlage eines Jürgen Schneider herein fällt.

Jetzt wagen wir eine Analogie: Dieses psychologische Phänomen läßt sich auch in den Spitzengremien bei politischen Parteien beobachten. Wenn man sich gegenseitig bestätigt, fühlt man sich doch wohler. Desto größer ist dann - also - die sogenannte innerparteiliche Harmonie. Der Abgang eines Politikers vom Schlage eines Oskar Lafontaine z. B. verstärkt die Tendenz in der SPD zu Fehlentscheidungen. Das Schneider-Syndrom schlägt wieder unerbittlich zu. Und der Schwindler, diese Rolle übernimmt dann der Bankenverband; dessen erfolgreiches Lobbyistentum wurde einerseits durch die Homogenität der Parteispitze gedüngt und förderte andererseits aufgrund eigenem Agierens die Homogenität in der SPD-Politspitze. Mit Grausen müssen wir festhalten, dass das Schneider-Syndrom durch spezielles Lobbyisten-Interagieren eine gefährliche selbstverstärkende Komponente enthält. Erinnern Sie sich noch an den Genossen der Bosse? Lafontaines und Flassbecks stören bloß.

Denken Sie bloß nicht, dieses Syndrom wäre nur auf die SPD beschränkt. Machtvolles Wegbeißen von Angela Merkels Rivalen und die gleiche Lobbyistentümelei! Denken Sie bitte an das heimliche Credo der CDU: Was gut für die Wirtschaft ist, ist gut für die Gesellschaft. In Bezug auf die erfolgreiche Lobbyarbeit der Finanzindustrie mag ich hier keinen Unterschied zur SPD erkennen. Gleiche Falle. Punkt.

Aber die Steigerung ist dann doch die große Koalition. Schauen Sie sich die Harmonie zwischen Steinmeier und Merkel an. Die Harmonie ist das Gütesiegel der Ausschüsse. Was für SPD und CDU gilt, gilt genauso für die große Koalition. Mir wird langsam richtig schlecht. Armes Deutschland. Lassen Sie sich bitte etwas aufbauen - wie wäre es mit einem saublöden, aber zutreffenden politischen Witz ? Folgender Witz passt optimal hierher - Frage: Was ist der Unterschied zwischen Walter Steinmeier und Angela Merkel? Antwort: Angela Merkel ist eine Frau.

Der Begriff Schneider-Syndrom wurde zwar schon früher genutzt, geriet aber zwischenzeitlich in Vergessenheit. Mir erscheint es sinnvoll, diesen Begriff zum besseren Verständnis der parteipolitischen Entscheidungsprozesse heranzuziehen, die zum politischen Black-Out unserer bürgerlich-politischen Führungskaste geführt haben.

Eine Bitte: Zitieren nicht vergessen!

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Wann jagen wir sie endlich in die Wüste ?

In irgendeinem Forum hatte ich 'mal einen Kommentar versenkt, den ich jetzt versuchen will wiederzugeben:

F
rau Angela Merkel und Peer Steinbrück spielen sich als die großen Retter auf. Bei einem Unternehmen, das jahrelang heruntergewirtschaftet wird, muß irgendwann - früher oder später - die Führung gehen. So mußte Schremp seinen Vorstandsvorsitz bei Daimler räumen...

Aber in der Politik sieht es ganz anders aus: Nach dem Rücktritt Oskar Lafontaines erscheint es mir im Rückblick so, dass die Finanzwelt hinter den großen Spielern in Bundestag und Bundesrat entsprechende Soufleusen installiert hat. Anders kann ich mir die absolute Laissez-faire-Gesetzgebung seit Lafontaines Rücktritt nicht erklären. Im einzelnen:

  • Diverse sogenannte Finanzmarktförderungsgesetze (bitte googeln) der rot-grünen Koalition in der Ägide des damaligen Finanzministers Hans Eichel (SPD). Die Finanzmarktförderungsgesetze waren vom Bundesrat zu kontrollieren: Wenn ich mich an die vergleichsweise großmauligen Auftritte des damaligen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) in der Ausländergesetzesdebatte denke, dann war es verdächtig stumm bei Ihm und allen anderen Politgrößen der CDU/CSU-Fraktion, insbesondere der damaligen Oppositionsführerin, wie hieß sie doch bloß? Ach, das ist ja unsere jetzige Bundeskanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel (CDU). Auch der Spaßschreier Guido, ich meine Guido Westerwelle (FDP), der ist doch sonst so helle; warum herrschte bei ihm genauso eine qualifizierte Funkstille? Wissen Sie, was Immobiliengesellschaften auf Aktienbasis sind? Die gab es früher nicht.

    Kurz und knapp: Ohne diese Finanzmarktförderungsgesetze hätte es eine Finanzkriste, wie wir sie jetzt erleben, nie gegeben.

  • Kennen Sie das Kapitalanlageninformationsgesetz? Nö? Und durch googeln finden Sie auch nichts? Tja, dann liegen Sie vollkommen richtig. Das gibt es nicht. Warum? Unter der Ägide Hans Eichels (SPD) klammheimlich beerdigt, das Gesetzgebungsvorhaben. Fragen Sie doch mal bei Frau Dr. Angela Merkel nach der Rolle der damaligen Opposition...

  • Die Bafin, 2002 gegründet, war und ist ein zahnloser Tiger. Aufgaben bei der Bafin, Mittel bei der Deutschen Bundesbank. Und wissen Sie was, wer könnte so etwas verbrochen haben? Ich möchte keinen Namen nennen, das wäre zuviel der Ehre für die Helden des neoliberalen Wahnsinns in der Bundesregierung, in den bürgerlichen Oppositionsspitzen im Bundestag und in den Länderregierungen.

  • Kennen Sie den Koalitionsvertrag der großen Koalition. Könnte man vielleicht dort die Handschrift des Bundesverbandes deutscher Banken herauslesen? Natürlich nicht - direkt... Sie haben schon verstanden, nur die FDP möchte ich etwas stärker belasten. Die Steigerung der großen wäre eine gelb-schwarze Koalition gewesen. Im Anbetracht des derzeitigen Schadens wäre eine "neoliberalere" Koalition wohl noch schlimmer. Wenigstens das ist uns erspart geblieben!
Wenn Sie denken, dass Peer Steinbrück (SPD) und Walter Steinmeier (ebenso SPD) unbeteiligt waren, dann wissen Sie nicht, dass diese beiden Personen seit längerem in verantwortlicher Position bei der SPD sind. Wäre Herr Westerwelle in einem bedeutenden politischen Amte, müßte er auch zurücktreten, wenn er ehrlich wäre. Die Führungsriegen aller bürgerlichen politischen Parteien haben versagt! Weissgarnix wies in einem Weblog-Eintrag auf einen interessanten ARD-Videoclip zum Thema hin. Weitere sehr wertvolle Abhandlungen findet man im Weissgarnix-Weblog unter "Hans Tietmayer - eine Lösung oder ein Problem" ( von Franz Lübberding), und "Die Elite rettet sich selbst". Ein besonderes Schmankerl zu Peer Steinbrück lesen Sie in Egghat's Blog.

Es gibt allgemeine Vorschriften für das Inverkehrbringen von Chemikalien. Man weiß, Chemikalien sind möglicherweise gefährlich. In der fortschrittlichen Bundesrepublik sollte es doch eine Art Technikfolgeabschätzungen für Finanzprodukte geben. Selbst Bürokratiefolgeabschätzungen von Gesetzen waren in der politischen Diskussion. Und die Warner? Die wurden ausgebootet, damit kurzfristige Finanzinteressen durchgesetzt werden konnten. Warum wurde einer der besten deutschen Volkswirte, Herr Prof. Heiner Flassbeck, permanent ignoriert? Weil er Sand in das Spezial-Umverteilungsgetriebe gestreut hätte.

Man hat nichts gewußt? Oder es war so nicht vorherzusehen? Falsch, qualifizierte Warnungen gab es zu genüge. Kennen Sie das bekannte Weblog von Paul Krugman? Das Weblog des bekannten Nobelpreisträgers? Genau das meine ich.

Wenn die verantwortliche Riege die Risiken nicht hat vollständig überblicken können, dann hat sie grob fahrlässig gehandelt. Folgeabschätzungen aufgrund einer sehr wirkungsvollen Lobbygruppe zu unterlassen, ist sehr töricht.

Fairerweise sollte man zu seiner politischen Verantwortung stehen und zurücktreten. Andere sind schon aus viel unbedeutenderen Gründen zurückgetreten. Es wird Zeit, dass die politisch Verantwortlichen ehrlich die Konsequenzen ziehen und zurücktreten, insbesondere
  • Angela Merkel (CDU), Bundeskanzlerin,
  • Peer Steinbrück (SPD), Bundesfinanzminister,
  • Michael Glos (CSU), Wirtschaftsminister, und
  • Walter Steinmeier (SPD), Außenminister [von wegen unwissender Chef des Bundeskanzleramtes im damaligen Zentrum der Macht].

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Freitag, 10. Oktober 2008

Die UBS ist pleite ! Aber der Superzombie lebt...

Bereits am 18. September 2008 erschien auf einer schweizer Webseite der Hinweis auf die sehr geringe Eigenkapitalquote der schweizer UBS-Bank in Höhe von nur 2,2%. Deren Bilanzsumme übersteigt ein vielfaches des schweizer Bruttoinlandproduktes (bitte googeln) - heute wie gestern (Video für Freunde des schwyzer dütsch)...

Jedenfalls erklärte der damalige Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel im Dezember 2007, dass die Bank mit neuen Eigenmitteln in Höhe von 19,4 Milliarden Franken für die weiterhin schwierigen Marktbedingungen gewappnet sein würde. Und die Bilanz explodierte geradezu.

Kann es sein, dass die Eigenkapitalquote eigentlich negativ ist? Die UBS wäre doch schon mit 0% pleite. Für mich hat die Fortexistenz der UBS-Bank etwas magisches...

Aber: Die UBS kann durch die Schweiz nicht gerettet werden und Superreiche haben dort ihre - vermutlich woanders steuerbefreiten, sprich hinterzogenen - Konten. Vielleicht ist die UBS-Bank so gegen die Widrigkeiten des Bankenkraches gewappnet. Ein Schelm, wer hier böses denkt.

Und vergessen Sie bitte nicht, wenn wir eine Schuldenkrise haben, dann muß es doch am anderen Ende Gläubiger geben. Und die wollen wohl ihr Hausbänkle net pleite gehe lasse, gell? Manchmal ist die Welt so einfach zu erklären.

Mein Fazit: Aus den gleichen Gründen wird die Deutsche Bank AG nicht pleite gehen können.

Schönes Wochenende,
Bernhard

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Freitag, 26. September 2008

Bernhards Parlamentarier-Theorem

Je mehr inkompetente Abgeordnete in einem Parlament, desto größer der Filz, der Lobbyismus und der Schaden, den das betreffende Land erleiden muß.

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