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Donnerstag, 21. Januar 2010

China - Die Fortsetzung...

Der letzte Blogartikel zur Wirtschaftssituation in China ist schon geraume Zeit her. In China - China schmiert ab III (13. Februar 2009) äußerte ich mich recht pessimistisch. Seit dem liest man vielerorts vom großen chinesischen Aufschwung - trotz fehlender (!) Währungsaufwertung, die vom erheblichen Gewicht sein müßte. Gönnen wir also dem chinesischen Volk den mit dem Aufschwung zusammenhängenden Wohlstand, falls dieser bei der breiten Masse dort überhaupt ankommt. Schließlich hat auch die arm-reich-Spreizung enorm zugenommen. Und den aus China selbst stammenden Zahlen ist nach wie vor mit einem Grundmißtrauen zu begegnen.

Mein Pessimismus zur weiteren Entwicklung in China scheint nach neuem Stand nicht ganz aus der Luft gegriffen zu sein. Laut Ralf Streck, Telepolis-Blog, droht sich in China eine Monsterblase zu entwickeln, die irgendwann platzen muß. Ich zitiere auszugsweise:

"[...] In China könnte sich eine riesige Staatsblase bilden und irgendwann demnächst platzen.

Hedgefonds-Manager haben in den vergangenen Krisenmonaten immer wieder mit spektakulären Äußerungen von sich reden gemacht. So hielt etwa George Soros das gesamte Bankensystem für insolvent. Nun hat sein Kollege James Chanos nachgelegt. Er spricht von einer Super-Staatsblase in China, die noch im Laufe dieses Jahres platzen könnte. Er zieht Parallelen zum Pleitestaat Dubai, wo der Staat nicht mehr für die Schulden der Staatsfirma Dubai World aufkommen kann und seinerseits auf Hilfe aus Abu Dhabi angewiesen ist. Den Hoffnungen gegenüber, dass China die fragile Weltwirtschaft hochziehen könnte, verpasst Chanos einen deutlichen Dämpfer. [...]"
Für China selbst läßt dies nichts Gutes erwarten...

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Mittwoch, 3. Juni 2009

Financial Times Deutschland: Meinungsmache gegen Die Linke

Meine Güte, das hätte ich der Financial Times Deutschland nicht zugetraut:

"... Ein gutes Signal für die Bundestagswahl ist also dringend nötig. Dafür sollte eigentlich Präsidentenkandidat Peter Sodann sorgen, doch das ging schief. Nach Europa bleibt die Landtagswahl im Saarland als letzte Hoffnung."

Was ging denn bitte schief? Dass der Kandidat Peter Sodann bei der Bundespräsidentenwahl Die Linke an Stimmen in der Bundesversammlung hatte? Hmm, komisch. Es bleibt der schale Geschmack des Schlechtredens. Das ist einer liberalen und demokratischen Tageszeitung unwürdig!

Ich bin für die Meinungsfreiheit als Grundrecht und dafür, dass sie endlich einmal umgesetzt wird. Insbesondere bin ich dafür, dass die Pressefreiheit ernst genommen wird! Damit meine ich die Unabhängigkeit von Verlegermeinung und von Anzeigenkunden. Die jetzige Pressefreiheit in Deutschland ist anscheinend nicht echt, und falls doch, dann nur eine sehr begrenzte. Deutschland ist nicht China, oder etwa doch?

Es reicht! Schluß mit der diffamierenden Meinungsmache zum Schutze politischer Pfründe und nicht gerechtfertigter Privilegien. Oder sind wir etwa doch China?

Bei solchen manipulativ-presseunwürdigen Äußerungen wie in der Financial Times Deutschland bleibt nur ein Schluß: Gesunder Trotz und aus Protest Die Linke wählen (unbeschadet dessen, ob man bei der Europawahl wirklich für sie symphatisieren würde). Ein Denkzettel gegen Verarschung muß sein!

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Freitag, 13. Februar 2009

China - China schmiert ab III

In Teil I (13. Dezember 2008) und Teil II (16. Dezember 2008) wies ich auf den drohenden Absturz hin.

Mein Eindruck hat sich seit dem verfestigt, leider:

Im Weblog Querschüsse von Steffen Bogs fand ich einen sehr interessanten Artikel zum Thema.

Für Januar 2009 sind die chinesischen Importe um 43,1% eingebrochen. Meine Bewertung dieser Zahl ist folgende: Diese Zahl ist besonders bedeutsam, weil hier nicht viel manipuliert werden kann. Chinesische Importe sind Exporte anderer Länder nach China, so dass in einer Fleißarbeit diese Angabe gegengerechnet werden kann. Man kann sicherlich annehmen, dass diese Zahl direkt mit der Wirtschaftsentwicklung korreliert. Natürlich ist dieser Zusammenhang nicht absolut zu sehen (Binnenhandel in China). Aber ich erlaube mir dennoch die grobe Einschätzung, dass wenn die Wirtschaft in China schrumpft, die Importe aufgrund der mangelnden Nachfrage in China ebenso schrumpfen.

--> Damit bedeutet diese Zahl faktisch, dass China am Zusammenbrechen ist. Als Exportnation ist Deutschland in einer ähnlichen Situation, wie ich bereits in Teil II andachte...

Ich weiß jetzt nicht, ob ich das bereits geschrieben habe. Die chinesische Wirtschaft ist, was den Außenhandel angeht, teilweise sehr fortschrittlich; andererseits sind wie z. B. im Nordosten alte industrielle Strukturen Machtbasis von bedeutenden Parteikadern. Das heißt, ein Teil Chinas dürfte quasi eine Art DDR-Museum beinhalten - Transformation sehr unvollständig. Mit diesem Hintergrund läßt sich Schlimmes für China befürchten.

Ich bin in diesem Zusammenhang gespannt, wie explosiv sich die Binnensituation in China entwickeln wird. Mehr als 20 Mio. Wanderarbeiter ohne Rechte sind ein schwellendes Pulverfass. Und die Arbeitslosigkeit in China steigt und steigt.

Es ist dann nicht verwunderlich, dass China außenpolitisch immer nervöser wird und man manche Dummheit begeht. Eine solche Dummheit wäre zum Beispiel der Erpressungsversuch der chinesischen Botschaft (muß aber validiert werden) in Frankfurt mit der hessischen Staatskanzlei als Opfer. Ich nenne mal die Quelle: Das ist die Gegenwind-Webseite, welche auf die IGfM verlinkt.

Noch einmal zurück zur Querschüsse-Webseite: Diese sollte man gelegentlich aufsuchen. Sie ist qualitativ sehr hochstehend.

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Dienstag, 16. Dezember 2008

China - China schmiert ab II

Wie war das? Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Wer besser lesen kann, was ist mit dem? Steigerung von Superlativen? Sei es drum.

Also, wenn ich mir die Entwicklung so anschaue, würde Frau Angela Merkel (CDU) gut in die chinesische Regierungsspitze passen. Gleiche weltmeisterliche Exportüberschüsse, gleiches zögerliches Verhalten. Gleiche Ahnungslosigkeit?

Lassen Sie sich bitte das folgende Zitat aus der Deutschlandausgabe der Financial Times (FTD) auf der Zunge zergehen:

" Die Regierung hat aber offenbar gelernt. Anders als damals reagiere die Führung diesmal schnell und in Form einer Kampagne, so die Morgan-Stanley-Experten: "Ganz offensichtlich wird die Regierung alles daransetzen, das Wachstum auf einem akzeptablen Niveau zu halten." In diesem Jahr werde die Regierung ihr Ziel von 4,5 Prozent Arbeitslosigkeit zum Jahresende noch erreichen, sagte Vize-Sozialminister Zhang Xiaojian. "Doch nächstes Jahr wird die Zahl mit Sicherheit steigen." Die Dunkelziffer ist ohnehin viel höher, da Wanderarbeiter in den Statistiken gar nicht erfasst sind.

Aus Exportstandorten wie der Provinz Guangdong sind Hunderttausende Migranten in ihre Heimatregionen zurückgekehrt, weil es für sie keine Arbeit mehr gab. Viele Fabriken schlossen oder fuhren den Betrieb auf ein Minimalmaß herunter. "Die Industrieproduktion könnte im Dezember noch einmal niedriger ausfallen, weil Fabriken zunehmend auf die schwache Weltnachfrage mit Produktionsstopps reagieren."

Und ein Ende ist noch nicht absehbar.
"

Wahrhaft interessanter Text der Financial Times Deutschland. Steht doch da am Anfang des Zitates "Die Regierung hat aber offenbar gelernt". Dem Text folgt dann eine Situationsbeschreibung, bei der sich mir folgende Frage aufdrängt: Was hat die Regierung gelernt? Etwa noch schlimmeres zu vermeiden? Dann hätten Schritte beschrieben werden müssen. Aber welche Schritte...?

Bei Texten über China muß man vorsichtig sein, was man schreibt, um wieder ins Land gelassen zu werden. Da ich in dieser Hinsicht keinerlei Ambitionen hege, kann ich mir das erforderliche Quentchen Offenheit leisten. Lange Rede, kurzer Sinn für den halbkryptischen Text: Die Antwort lautet wohl eher, dass die chinesische Regierung so gut wie nichts dazu gelernt hat. Wie auch? So ist das mit verquerem "Zeugnisdeutsch".

So schreibt die FTD weiter:
" Mit dem Einbruch der Rohstoffpreise und der Industrie kommen nun auch in China Deflationsängste auf. Die Rezession in den drei großen Wirtschaftsräumen USA, Euro-Zone und Japan hätte das Problem der Überkapazitäten der Industrie verschärft, schreibt Morgan Stanley. Das schränke die Preismacht deutlich ein. "Unter der Oberfläche braut sich ein gewaltiger Deflationssturm zusammen." Zuletzt lag die Teuerungsrate nur noch bei 2,4 Prozent, gegenüber acht Prozent Mitte 2008. "

Man kann nur immer wieder wiederholen, dass es die Exportnationen besonders hart trifft, da wegen des Exportausfalles die bislang exportierte Arbeitslosigkeit wieder reimportiert wird. Was sich auf die schwachen Binnenwirtschaften der beiden Staaten besonders negativ auswirken muß. Aua kann ich da nur sagen.

Doch es gibt einen kleinen Unterschied. Der Sozialstaat wurde in unserem Lande nicht vollends abgeschafft. Das erweist sich jetzt als Glücksfall. Das fast ruinierte soziale Sicherungssystem fängt in Deutschland den Fall ins Bodenlose auf. Preisfrage: Gibt es so etwas in China überhaupt? Wohl eher nicht. Somit dürfte es kaum eine Frage der Zeit sein, bis Wanderarbeiteraufstände erste Schatten auf das Großreich der "Mitte" werfen.

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Samstag, 13. Dezember 2008

China - auch China schmiert ab

Um es kurz zu machen, wer den chinesichen Machthabern deren Zahlen ungeprüft abgenommen hat, ist selber schuld.

Heute möchte ich mich erstmalig der wirtschaftlichen Seite Chinas zuwenden. Warum? Bislang war eine ernsthafte Diskussion über die chinesische Binnenwirtschaft nur eingeschränkt möglich. Alles, was in den Medien steht, ist immer unter dem Aspekt chinesischer Propaganda zu lesen. Was die Onlineausgabe der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ online) jetzt aber schreibt, ist schon ein Pfund und ein Weblogeintrag wert, denn es kommen recht praxisnahe Zahlen auf den Tisch.

Ich zitiere:

"Chinas Wirtschaft droht eine «harte Landung»

Unerwartet schlechte Handelszahlen – Partei will Nachfrage stärken

pfi. Peking, 10. Dezember

Chinas Wirtschaftsexperten waren am Mittwochabend für einmal praktisch einhellig erstaunt. Hatte der Wert von Chinas Exporten im Oktober noch um 17,9% über demjenigen des Vorjahresmonats gelegen, so soll er im November nun zum ersten Mal seit sieben Jahren absolut zurückgegangen sein, und zwar um gleich 2,2%. Die Konsens-Erwartung von Ökonomen hatte auf einen Anstieg von 15% gelautet. ... . Noch drastischer, und zwar um 17,9% gegenüber dem Vorjahresmonat und um 19,5% gegenüber dem Vormonat, ist der Wert der Einfuhren eingebrochen. Das dürfte zu einem guten Teil mit dem Rückgang der Rohstoffpreise zu erklären sein, aber nicht nur. Chinesische Unternehmen haben in Erwartung einer weiter sinkenden Nachfrage offenbar schnell damit begonnen, ihre Einkäufe und ihre Produktion herunterzufahren. Darauf deutet auch der Energieverbrauch, der gegenüber dem Vorjahresmonat um 7% eingebrochen sein soll.
"

In China wird nur das zugegeben, was so gut wie offenkundig ist. Meine Lesart ist: In China, da brennt es. China ist genauso wie die USA betroffen. Nur das mit dem Verstaatlichen wird nicht so exzessiv werden, da in China noch vieles in der Hand der chinesischen Oberschicht [meist Parteinomenklatura wie in allen sozialistischen Ländern] ist. Von Staatsmacht zu reden, ist nur vordergründig richtig.

Egghat wies bereits Anfang des Monats auf den Abwärtstrend in China hin: Er berichtete über die wohl offen zugänglichen Immobilienpreise in Shanghai, China. Aber auch hier spielen die chinesischen Machthaber wieder das Kapitän-der-Titanic-Spiel. Vor uns ist nur ein kleiner Eisberg (der Rest ist unter Wasser, Pech gehabt)....

Mir tut nur das chinesische Volk leid, das immer mehr Hunger leiden muß.

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Dienstag, 15. April 2008

Warum das EU-Waffenembargo gegen die VR China so wichtig ist - und warum Gerhard Schröder endlich seinen Hut nehmen sollte

Gerhard Schröder ist nicht mehr Bundeskanzler. Lange ist es her. Ich weine ihm keine Träne nach. Nichtsdestotrotz schein mir der alte Weblog-Eintrag [15.04.2005, 23:14 Uhr] wertvoll genug, in das neue Weblog hier übernommen zu werden.

Wertvoll deshalb, weil es im alten Weblog-Eintrag bereits um China ging und die Propaganda der chinesischen Führung derzeitig den Tibetkonflikt zu dominieren droht.

Exkurs: Stellen Sie sich bitte vor, die Bundesrepublik hätte einen Teil der Waffen geliefert, mit denen die Tibeter unterdrückt werden. Das wäre Schröders (SPD) Werk gewesen. Und er repräsentierte die SPD. Teile seiner alten Machtclique (Mafia?) sind noch in Amt und Würde in der großen Koalition. Ich persönlich werde die SPD erst dann wieder als Wahlalternative in Betracht ziehen können, wenn die Steinmeiers und Steinbrücks aus allen Ämtern gejagt worden sind.

Der alte Weblog-Text handelt über die Umstände in China, die für ein Waffenembargo sprechen, und immer noch aktuell sind - leider. Die damaligen Kommentare habe ich originalgetreu als Kommentare diesem Weblog-Eintrag angehängt. Jetzt aber zum Wortlaut des Ursprungstextes:

"Die Volksrepublik China (kurz: VR China) fordert von der EU (Europäische Union) ein Aufheben des bestehenden Waffenembargos. Gerhard Schröder macht sich zum willfährigen Erfüllungsgehilfen. Es werden sind sehr gewichtige Argumente gegen die Aufhebung des Waffenembargos aufgeführt:

Gegen das Aufheben des Waffenembargos sprechen folgende triftige Gründe:

  1. Tibet. Die Tibeter leiden immer noch unter chinesischer Besatzung. Die chinesischen Besatzer unterdrücken nicht nur die tibetanische Kultur, sondern merzen diese aus. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die tibetanische Kultur mit ihrer Vielfalt an buddhistischen Klöstern und die tibetanische Sprache erloschen sind. Was sagt Herr Schröder wohl hierzu? Das Gesicht des Regimes der VR China soll gewahrt bleiben, so ein Quatsch. Wer wahrt das Gesicht des tibetanischen Volkes? Was ist der Beitrag des chinesischen Handelsvertreters Gerhard Schröder zur Rettung Tibets?

  2. Taiwan. Taiwan ist eine schützenswerte Demokratie. Die VR China erläßt ein Gesetz, das unumwunden einen militärischen Angriff auf Taiwan umfaßt. Eine Appeasementpolitik (Beschwichtigungspolitik) a lá München 1938 ist bekanntermaßen zum Scheitern verurteilt. Ein Waffenembargo gegen ein derart aggressives Land wie die VR China aufheben zu wollen, tickt Herr Schröder da noch ganz richtig?

  3. Apropos Aggressivität. China ist eine sehr repressive Diktatur. Mit sehr vielen Todesurteilen jedes Jahr. Weiß das Herr Schröder etwa nicht?

  4. In China macht sich zumehmend Nationalismus breit. Ist Herrn Schröder entgangen, dass das Regime in der VR China zur Zeit heftigst den nationalistischen Tiger reitet, was zu einem sehr gefährlichen Selbstläufer werden kann.

  5. Christenverfolgungen. Ja, die gibt es heutzutage noch - gerade auch staatlicherseits in der VR China. Christen in der VR China gelten als Staatsfeinde. Neben den Diktatoren hat niemand etwas zu melden, und schon lange nicht der Papst. Das Verhältnis des Regimes zum Vatikan hatte sich in den letzten Jahren ein klein wenig entspannt. Die Einladung des taiwanesischen Ministerpräsidenten zur Beerdigung von Johannes Paul II führte wieder zu einem Mehr an Drangsalierung zumindest der katholischen Kirche in China. Aber was bedeuten Herrn Schröder die katholischen Christen Chinas? Vermutlich nichts? Zu hören ist jedenfalls nichts. Herr Schröder besaß aber die Chuzpe/Frechheit und war auf der Beerdigung Johannes Paul II.

  6. Katholische Kirche zum Zweiten! Stellen Sie sich vor, die Herrscher der VR China bieten dem Vatikan ein besseres Verhältnis an, wenn die VR China ein Mitspracherecht bei der Ernennung von (chinesischen) Bischöfen bekommt. Hieran kann man direkt und unmittelbar den Größenwahn der Diktatoren in Peking erkennen. Hat der sonst so großmundige Bundeskanzler, Herr Gerhard Schröder, dies etwa nicht gewußt, als er das Waffenembargo widerrufen wollte?

  7. Ist Herr Schröder sich eigentlich bewußt, dass China im Wesentlichen an Hightech-Waffen interessiert ist? Dass China von Russland den Lizenzbau der modernsten russischen Jagdflugzeuge abgetrotzt hat, dass die chinesischen Kopien inzwischen besser sind als die russischen Originale. Vom Transrapid weiß Herr Schröder, dass China heftigst an einem Transfer von Wissen, Technik, also Know-how interessiert ist. Waffen an China liefern bedeutet immer Technik-Transfer. Mittel- und Langfristig wird ein sehr potenter Konkurrent herangezüchtet. Dass dies sich auf Deutschland mittel- und langfristig deindustrialisierend auswirkt, hat das unser aller Bundeskanzler, Herr Gerhard Schröder, vergessen? Aber Herr Schröder ist Politiker und als typischer Vertreter seiner Art denkt er vor allem nur kurzfristig. Und offenkundig kurzfristig denkende Politiker sollte man sofort in die Wüste schicken. Gruß hier an Frau A. Merkel.
Das Außenwirtschaftsgesetz wird schon reichlich gedehnt (z. B. bei Dual-Use-Güter, die eindeutig militärisch genutzt werden). Waffenexporte in der VR China sind jetzt schon an der Tagesordnung. Mein ist die Frage, was Herrn Schröder so umtreibt. Schuldet er dem französischen Großmeister der Waffenexporte, Staatspräsident Jaques Chirac, noch etwas? Nach dem staatlich protegierten Einverleiben von Aventis in Sanofi (ein rein französisches Unternehmen), sollte man eher meinen, dass Herr Chirac Herrn Schröder noch etwas schuldet. Oder war die Übernahme von Sanofi etwa gar ein Gefallen von Jaques Chirac an Gerhard Schröder?

Herr Schröder gab der Zeit in Nr. 14 ein Interview. Mir erschien es komisch. Dieses Interview hat Herrn Dr. Burkhard Hirsch, seines Zeichens Bundestagvizepräsident a. D. veranlaßt, einen aus meiner Sicht sehr gewichtigen Leserbrief an die Zeit zu schreiben (Die Zeit Nr. 16, 14. April 2005, Seite 22). Gerhard Schröder äußerte im Interview die Auffassung, dass Außenpolitik von der Bundesregierung gemacht wird. ... und die Verfassungslage eindeutig sei. Herr Dr. Hirsch widerlegt diese Aussage über das Grundgesetz und benannte Artikel, die seine Aussage stützten. Grob zusammengefaßt zeigte Herr Hirsch, dass die Auslegungen von Herrn Schröder "Ärgerlich und falsch sind". Ich hoffe in diesem sehr kurz gehaltenen Absatz den Kerngedanken von Herrn Dr. Hirsch hier richtig wiedergeben zu können.

Geht man von der Hieb- und Stichfestigkeit der Begründung von Herrn Hirsch aus, bleibt aus meiner Sicht nur die Schlußfolgerung übrig, dass Herr Schröder das Grundgesetz zumindest in bezug auf die Außenpolitik merkwürdig diktatorisch auslegt. Ein Bundeskanzler mit in Teilen diktatorischen, dem Grundgesetz zuwiderlaufenden Ambitionen hat die Bundesrepiblik Deutschland nicht verdient!

Einen Handelsvertreter der VR China brauchen wir nicht als Bundeskanzler. Wann nimmt dieser Bundeskanzler endlich seinen Hut? Und die Opposition, die pennt zwar nicht, aber der Biß der Opposition im Bundestag ist schlichtweg viel zu schwach. - Airbus-Aufträge an China sind schließlich sehr, sehr.... sehr wichtig... Man ist schließlich erpressbar, als ob China nicht ein strategisches Interesse hätte, sich hier möglichst aus der Abhängigkeit von der USA zu befreien. Mein Fazit: Blöder geht´s nimmer.

Mein Tipp deshalb zur NRW-Wahl: Nur eine Partei wählen, die nicht im Landtag vertreten ist, und den Protest so deutlich machen. Jedenfalls nicht CDU, SPD oder FDP wählen."

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Montag, 14. April 2008

Notizen zum tibetischen Befreiungskampf II // Was boykottieren ? // Podcast-Tipps

In diesem Beitrag geht es mir um zwei Dinge: Einmal darum, kurz eine "Unabhängigkeit" Tibets zu diskutieren; und einmal darum, einen Denkfehler bei der deutschen "Unterstützung" des Dalai Lama zu skizzieren.

  • Zur Unabhängigkeit Tibets

    Die Unabhängigkeit Tibets wird sich sinnvollerweise wohl nur in einer Art kulturellen Autonomie im Sinne des Dalai Lama verwirklichen lassen.

    Warum sinnvollerweise? Ich meine hier die Tatsache, dass Tibet als solches viel größer ist als die jetzige autonome Region - eine Art "Rumpftibet". Doch selbst wenn Tibet auf die Grenzen vor der Annektierung ausgedehnt werden würde, verbliebe ein sehr gewichtiges Grundproblem. Dieses Grundproblem umfasst schlicht die Tatsache, dass es sich bei China um einen Vielvölkerstaat handelt. Zum Beispiel sind viele Gebiete seit Jahrzehnten von Chinesen und Tibeter gemeinsam bewohnt. Wenn ich an die bisherigen Erfahrungen im Balkan denke, dann ist die chinesische Einheit einem Zerfall a là Jugoslawien bei weitem vorzuziehen. Ein Bürgerkrieg und erzwungene ethnische Wanderungsbewegungen neben vielen Toten können nicht das Ziel sein.

    Doch bedarf es hier eine gewissen Reife und freie Souveränität auf beiden Seiten. Wenn ein sehr starker Verhandlungspartner von eigenen - irrationalen - Existenzängsten geplagt ist, versucht dieser natürlich das Gegenüber zu bekämpfen und verstrickt sich in eine Art "selbsterfüllender Prophezeiung". Und genau das scheint das Problem der chinesischen Führung zu sein, was die Verhandlungsposition des Dalai Lama so "schwierig" macht.

  • Unterstützung des Dalai Lama
    - Das eigene Tun ... Spenden? Was boykottieren?

    Sie müssen bedenken, dass die chinesische Führung - zu sagen wir 75% - aus einer Militärdikatur besteht und als solche handelt. Sie hat die Dialektik der Macht verinnerlicht - Das muß man berücksichtigen! Das heißt, Verhandlungspartner werden nur dann anerkannt, wenn sie etwas anzubieten, zu verhandeln haben. Der Verhandlungspartner braucht eine eigene Machtbasis. Aber ohne eigene Machtposition wird der andere Verhandlungspartner bestenfalls ignoriert, schlechtestenenfalls negiert und bekämpft. Letzteres scheint beim Dalai Lama und den Tibetern mit ihren (recht unterschiedlichen) Forderungen der Fall zu sein. Die Militärdiktatur handelt hier aus einer Position der letztlich fatalen militärischen Stärke heraus.

    Gehen wir einmal davon aus, dass wir gleichermaßen hinter der Position des Dalai Lama stehen, dann erlaube ich mir die Frage: Glauben Sie in Ernst, dass sich die chinesische Führung überhaupt für irgendeine Position eines daher gelaufenen Papiertigers interessiert? Wohl kaum. Das ist auch die Schwachstelle des Dalai Lama, die fehlende sichtbare Macht-/Verhandlungsbasis eben.

    Sie sind nicht der Dalai Lama, der Dalai Lama spricht für sich selbst. Die versteckte Identifizierung enthält meines Erachtens nach einen schwergewichtigen Denkfehler:
    Wenn man den Dalai Lama unterstützen will, bringt es nichts daherzureden, als wäre man selbst der Dalai Lama. Das trägt vielleicht dazu bei, den Dalai Lama noch etwa populärer zu machen [als Märtyrer/Heiliger vielleicht], ist aber im Grunde genommen nur töricht.

    Dem Dalai Lama wirklich zu helfen, heißt dazu beizutragen, ihn mit einer Macht- und Verhandlungsbasis auszustatten; damit die chinesische Regierung ihn als ebenbürtigen Verhandlungspartner anerkennt. Das heißt aber notwendigerweise auch, bei der chinesischen Regierung anzuecken und mit dieser - auch wenn nur begrenzt - zu kollidieren.

    Nochmal, für Unsereins heißt das, der Dalai Lama kann sich selbst am besten nachplappern. Sie müssen schon selbst persönlich auf Ihre individuelle Weise aktiv werden. Zum Beispiel finde ich die Proteste beim olympischen Fackellauf als sehr gelungen für ergänzende Handlungen. Dazu gehört eben auch, dass jugendliche Hitzköpfe [wie auch in Tibet] über die Stränge schlagen. Wir leben in einer Welt mit der gemeinsamen Weltwährung, die den Namen Aufmerksamkeit trägt. Und die chinesische Regierung verhandelt nur, wenn sie es zu tun zu müssen glaubt...

    ...Die Position des Dalai Lama stärken, heißt eben auch Gewalt anzuwenden [was der Dalai Lama nicht kann] und ein persönliches Risiko einzugehen. Und Gewalt (strafbare Handlung nach "chinesichem" Willkürrecht) ist schon das einfache zivile Ungehorsam.

    Ecken Sie an, nerven Sie die chinesische Botschaft. Oder als sinnvolle Ergänzung: Schreiben Sie die in Bezug auf die Menschrechte in China mundfaulen Unternehmen Adidas oder VW als Großsponsoren an, auf das diese sich endlich - der Sache dienend - äußern mögen. Ich persönlich werde mir auf absehbare Zeit weder Adidas noch VW leisten. Das ist mein persönlicher Boykott. Ein Boykott von deutschen mitlaufenden opportunistischen Geschäftemachern scheint durchaus angezeigt.

    Der Sport leistet es eben nicht, die bisherigen geschäftsleutlichen und politischen Fehlleistungen in Bezug auf Menschenrechtsfragen in China aufzuheben, zu ersetzen oder gar reinzuwaschen. Zur Kommunikation und zur Umkehrung der chinesischen Propagandaabsicht ist er aber ideal. Es gibt keinen unpolitischen Sport.

    Nur sich persönlich zu empören, ist, gelinde gesagt, für den "Arsch" und bestenfalls Bildzeitungsniveau. Nur das eigene Handeln zählt. Und wenn Sie meinen, träge bleiben zu müssen, dann können Sie immer noch spenden, beispielsweise der Tibet Initiave e. V.

Zu allerletzt hier noch ein paar Podcast-Tipps (über 10 MB pro Download):
  1. Lauf Feuer lauf! Die Kraft der Symbole und die Politik des Wegschauens Zum Download
    (HR2: "Der Tag" vom 10. April 2008, 16,9 MB)

  2. Aufstand in Tibet: Chinas Krieg gegen das Volk Zum Download
    (HR2: "Der Tag" vom 17. März 2008, 12,1 MB)
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Samstag, 29. März 2008

Notizen zum tibetischen Befreiungskampf

Die verlogene Propaganda des KP-Regimes in Bezug zu Tibet ist doppelt gefährlich für die weitere Existenz des despotischen Regimes. Erstens, wenn die führenden KP-Kader anfangen den eigenen Mist glauben und dann von Fehlentscheidung zu Fehlentscheidung torkeln; und zweitens, dass die Tibeter es schaffen, die Chinesen davon zu überzeugen, dass es sich bei der KP-Führung um eine verlogene Verbrecherbande handelt.

Das Regime in Peking machte und macht hierbei folgende in der Summe schwerwiegende Fehler:

  • Der erste Fehler der KP-Führung war es zu glauben, der Welt weis machen zu können, es gäbe keine Repressionen in Tibet.

  • Der zweite Fehler ist es, dem Dalai Lama die Schuld zuzuweisen obgleich des eigenen Versagens.

  • Der dritte Fehler war dann die Dummheit, nicht mit den Dalai Lama zu verhandeln. Das hätte ein Rettungsanker bedeuten können.

  • Der vierte Fehler ist typisch für imperiale Allmachtsphantasien: Die modernen internationalen Kommunikationsmittel zu unterschätzen.

  • Der fünfte Fehler ist es, die olympischen Spiele nach Peking zu holen. Damit schwächt die Regierung sich selbst. Die internationale Kommunikation verstärkt den Freiheitskampf.

  • Der sechste Fehler ist es, an die Kraft fortwährender Einschüchterung zu glauben. Die Angst stumpft irgendwann die Angst ab! Wer nichts mehr zu verlieren hat wie die tibetische Jugend, wird zum Tiger. Damit meine ich nicht physiche Kraft, sondern intelligenter Widerstand. Ich erinnere an den legendären langen Marsch Mao Tse Tungs. Das sollte das Regime in Peking das Fürchten lehren!

Die Sturheit der KP-Führung ist heute die einmalige Chance eines "unabhängigen" Tibets. Es gilt sie zu nutzen.


Lieber Leser, gibt es die Möglichlichkeit, meinen Text ins Englische oder ins Tibetische/Chinesische zu übersetzen?

B. S.

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Freitag, 28. März 2008

Nachtrag zu Chines... ermorden wieder Tibeter - unsägliche Rolle von Jaques Rogge

Meine Folgerung, die chinesischen Sommerspiele 2008 müßten boykottiert werden, ist zu relativen. Zwei zusammenhängende Punkte sind hierfür wesentlich. Der Erste ist, dass es darum geht den Tibetern tatsächlich zu helfen und der Zweite besteht darin, dass es sich bei dem chinesischen Herrschaftsregime, der KP-Diktatur also, um keinen monolithischen Block handelt.

Die Führungsspitze ist in wesentlichen Teilen immer noch eine Militärdikatur. Ich denke hier insbesondere an die sogenannte "Zentrale Militärkommission" und deren Macht. Aber es gibt auch andere Kräfte als Gegenpol zu den Militaristen (Hardlinern). Erstere gilt es zu stärken. Würde man die chinesischen Sommerspiele 2008 boykottieren, würde man die faschistoiden Kader, also die Militaristen, stärken. Dies kann nicht im Interesse der Tibeter sein. Schließlich ließe sich im abgeschotteten China besser meucheln!

Das Ergebnis dieses Gedankenganges ist, die Informationen, das Wissen und die Kritik müssen nach China hineingetragen werden. Wer von unseren Politikern sich angepaßt verhält wie Deutsche, die in China leben - besser: überleben - wollen, dem gehört sinnbildlich gesprochen kräftigst in den Hintern getreten. Das ist dummes Appeasement - ich erinnere an die unsägliche Chamberlainsche Politik gegenüber dem Dritten Reich. Das hat die gleiche Qualität und ist die schlechtestmögliche Verhaltensweise.

In diese Kategorie Mensch gehört ein gewisser Herr Jaques Rogge. Um es noch einmal zu betonen, was die olympische Idee in ihrem innersten Kern ist, hier deren begriffliche Festlegung: "Als „Treffen der Jugend der Welt“ sollten sie dem sportlichen Vergleich und der Völkerverständigung dienen" (Quelle: Wikipedia). Dort steht doch etwas von Völkerverständigung. Die Ermorderung von Tibetern und der Genozid der tibetischen Kultur und das Ausrotten der tibetischen Sprache ist mit Sicherheit das exakte Gegenteil der Völkerverständigung. Kennt Herr Jaques Rogge etwa die olympische Idee nicht? Der unpolitische Sport ist eine chimäre von dubiosen Geschäftemachern... Offensichtlich ist mindestens ein Rücktritt an der Spitze des IOC fällig!

Verstehen Sie jetzt, warum ich stets von den "chinesichen Sommerspielen 2008" anstatt von den "olympischen Sommerspielen 2008" schreibe? Die olympischen Sommerspiele 2008 werden gerade zu Grabe getragen. Vielen Dank hierfür, Herr Rogge.

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Sonntag, 23. März 2008

Chinesische Soldaten ermorden wieder Tibeter

Zitat [Sa. 2008-03-22, 13:32]: "Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung

Was ich hörte, war, dass etwa 7.000 chinesische Soldaten das Kloster Kirti abriegelten und mit militärischen Übungen begannen. Die Menschen waren wirklich eingeschüchtert, sie standen nur da mit ihrem Foto vom Dalai Lama und einer auf die Brust gehefteten tibetischen Fahne. Die Soldaten stürzten sich auf sie und fingen an, unterschiedslos auf sie einzuschlagen und schossen mit scharfer Munition in die Menge. So geschah es nur aus dem Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung heraus, dass die Tibeter dann chinesisches Eigentum angriffen. Es war nicht vorsätzlich."

Mir bleibt nur die Feststellung, dass es eine ethische Pflicht ist, die chinesischen Sommerspiele 2008 zu boykottieren. Gleiches gilt für Produkte aus China. [Bitte beachten Sie auch meinen Nachtrag zum Thema, hinzugefügt 2008-03-28, 20:23 Uhr]

Der Auszug stammt aus Epoch Times :: online.

Videos zu Tibet:

Zuerst die chinesische Propaganda:

http://www.youtube.com/wa...

Dann wie chinesische Soldaten einfach draufhalten:

http://www.youtube.com/wa...

Dann ein längeres Video zur Geschichte Tibets [scheint mir sehr glaubwürdig]:

http://www.youtube.com/wa...

Was unterscheidet einen Holocaust in 10 Jahren mit einem Holocaust über Jahrzehnte? Die Dauer, das Ergebnis dürfte gleich sein. Der Dalai Lama hat Recht mit dem kulturellen Genozid!

Und für die Fans der chinesischen Sommerspiele 2008 ein besonderes Video:

http://www.youtube.com/wa...

Viel Spaß beim Ansehen und frohe Ostern
Gruß Bernhard


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