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Donnerstag, 21. Mai 2015

Kämpferin für die Wahrheit

von Esther Goldstein

Frankfurt/M. im Januar 2014: Erwerbslose
stehen Schlange vor dem Jobcenter Ost und
ergeben sich in ihr Schicksal
(Foto: Bernhard Schülke)
Redaktionelle Vormerkung: eine kritische Re- zension zu Inge Hannemanns Buch "Die Hartz IV Diktatur – eine Arbeitsvermittlerin klagt an".

Wenn eine um mehr Menschlichkeit bemühte Mitarbeiterin des Jobcenters Hamburg Miss- stände der rotgrünen „Agenda 2010“ aufzeigt, sollte dies doch eigentlich im Interesse all derjeni- gen sein, die eine sinnvolle Beschäftigungspolitik mit „passgenauer“ und langfristiger Arbeitsver- mittlung anstreben. Das Gegenteil ist der Fall, kritische Menschen und whistleblower sind nach wie vor unerwünscht, wie das durch die Medien bekannte Beispiel Inge Hannemanns zeigt: Die Behörden und KollegInnen reagierten mit Überwachung, Einschüchterung, Beleidigungen und letztlich mit juristischen Konsequenzen bis hin zur (derzeitigen) Freistellung bzw. Versetzung. Ihr soeben erschienenes Buch zeigt eindringlich, dass sich die häufig als „Hartz IV-Rebellin“ bezeichnete Inge Hannemann nicht hat mundtot machen lassen und abermals gesellschaftlichen Stereotypen über vermeintlich faule Arbeitssuchende widerspricht, medialen Stigmatisierungen entgegentritt und auch nicht an Schelte einiger ihrer ehemaligen KollegInnen spart, die sie als „zu wenig qualifiziert, zu wenig motiviert oder schlichtweg zu bequem“ (S. 58) für eine wirkliche Vermittlungsarbeit bezeichnet.

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Samstag, 12. Oktober 2013

Bindestrich: ALG II und ALG-2-Leistungsbezieher - Bindestrich oder »Deppenleerzeichen«?

Lassen Sie mich bitte mit einem Zitat beginnen /1/: »Komposita wurden bis ins 17. Jahrhundert oft durch Leerzeichen getrennt.« /2/. Das heißt, wenn man den Maßstab des 17. Jahrhunderts zu Grunde legt, gäbe es keine Bindestriche bei den  zusammengesetzten Wörtern (Komposita  /1/) .

Unter Leerzeichen in Komposita finden wir  auf der Wikipedia-Webseite /1/ /3/:

»In der englischen Schriftsprache werden Komposita, die aus drei bis vier Gliedern zusammengesetzt sein können, in der Regel nicht zusammengeschrieben.«
...
»Eine mögliche Ursache liegt im Einfluss der englischen auf die deutsche Sprache durch Sprachkontakt. Dieser als Anglizismus bezeichnete Einfluss führt im Deutschen zur fehlerhaften Bildung[23] von Komposita, die im Englischen in der Regel getrennt geschrieben werden.«

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Donnerstag, 26. September 2013

Wer arbeiten will, der findet auch Arbeit!

von Roberto J. De Lapuente

Das Ausscheiden aus dem Bundestag kostet 600 Mitarbeitern der FDP den Job. Womöglich sind sie froh darüber, dass ihr alter Arbeitgeber doch nicht die Arbeitsagentur abgeschafft hat, wie er das in seiner Hochzeit mal plante. Wohin würden die jetzt arbeitslosen Ex-FDP-Mitarbeiter sonst gehen? Man kann nur hoffen, dass sich diese Leute nicht zu sehr in einer spätrömischen Dekadenz einrichten. Leistung muss sich nämlich lohnen. Und Nicht-Leistung darf nicht belohnt werden. Wer arbeiten will, liebe Ex-FDP-Angestellte, der findet auch Arbeit. Die Zeichen am Arbeitsmarkt stehen ja günstig. Ihr kennt das ja, euer Chef war ja auch Wirtschaftsminister. Vielleicht hat der eine oder andere von euch sogar diese ganzen positiven Wasserstandsmeldungen verfasst, die den Niedriglohnsektor kaschierten und zum rosigen Arbeitsmarkt stilisierten.

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Samstag, 23. März 2013

Kurzvorstellung: Das Hartz-IV-Café in Hattersheim

Das Hartz-IV-Café (Initiative Main-Taunus Sozialpass) in Hattersheim (Main-Taunus-Kreis) ist für Ortskundige ein seit langem bekannter Ort, wo man Rat und Unterstützung in Bezug zur Erwerbslosigkeit bekommt. Man trifft sich dort regelmäßig mittwochs alle zwei Wochen gegen 17:00 Uhr. Es hat dann zwei Stunden geöffnet.

Nächster Termin: Mittwoch, 3. April 2013, 17:00 Uhr bis ca. 19:00 Uhr
Ort des Cafés: Haus St. Martin am Autoberg, Frankfurter Str. 43 in Hattersheim am Main
Webseite des Cafés: http://www.maintaunus-sozialpass.de/

Für Erwerbslose, die im Main-Taunus-Kreis leben, ist das Hartz-IV-Café eine Anlaufstelle erster Wahl. Auf ihrer Webseite schreiben sie:
Das HartzIV Café ist offen für jeden sozialpolitisch interessierten Menschen. Insbesonders für Hilfesuchende aus den Bereichen Arbeitslosengeld, Hartz IV-Bezieher, Aufstocker in Hartz IV und Geringverdiener.

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Dienstag, 4. September 2012

Experimenteller FELIA-Infostand in Frankfurt-Höchst war sehr erfolgreich

Die große Flaniermeile ist die Königsteiner Str. in Frankfurt-Höchst zwar nicht, kann sich als Haupteinkaufsstraße eines Mittelzentrums dennoch sehen lassen. Auf besagter Königsteiner Str. betrieb die frankfurter Erwerbsloseninitiative FELIA - Frankfurter Erwerbslose in Aktion (kurz: FELIA) am letzten Samstag, den 1. September 2012, zur Haupteinkaufszeit einen experimentellen Informationsstand.

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Sonntag, 20. November 2011

Unwort des Jahres 2011: "Armutsgefährdet"

Lieber Leser,

mein Unwort des Jahres steht für dieses Jahr fest und lautet:

Armutsgefährdet

Die Menschen, die arm sind, als »armutsgefährdet« zu bezeichnen ist nicht nur falsch, sondern üble Meinungsmache und blanker Hohn. Bester Neusprech ist es hier, die Armut durch solche Ausdrücke wie »armutsgefährdet« zu relativieren. Es gibt schließlich eine große Armut in Deutschland. Das wegzureden ist unredlich. Deshalb sollte man das Wort »armutsgefährdet« zum Unwort des Jahres 2011 wählen.

Neuerdings wird viel von »marktkonformer Demokratie« gesprochen. Ich habe mir überlegt, ob dieser Ausdruck bei der Bestimmung des aktuellen Unwort des Jahres eine Rolle spielen könnte. Für mich taugt »marktkonforme Demokratie« aber weniger zu einem Unwort, schließlich konterkariert dieser Begriff als solcher schon die fortschreitende Entdemokratisierung, die stark durch die neoliberalen Parteien in Deutschland und in der EU forciert wird. »Marktkonforme Demokratie« hat einen entlarvenden Charakter, während hingegen »armutsgefährdet« von großer rhetorischer Heimtücke ist.

Gibt es andere Wörter als »armutsgefährdet«, die besser als dieses menschenverachtende Wort zum Unwort des Jahres 2011 taugen? Was meinen Sie?

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Samstag, 24. September 2011

Ein besonderes Hohelied auf den Kapitalismus: Jarrow Song

Alan Price hat ein besonderes Hohelied auf den Kapitalismus gesungen. Es heißt Jarrow Song. Man muß wissen, dass 1936 207 verzweifelte erwerbslose Jarrower zu Fuß aufbrachen, um in London ihren Protest kundzutun. Hier das zugehörige Youtube-Video mit dem Song:

Musikvideo "Alan Price: Jarrow Song" ein- und ausblenden +/-

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Dienstag, 13. September 2011

Jobcenter in Frankreich verweigern sozialrassistische Handlungen

Andreas vom Duckhome-Blog liefert wieder einen Kommentar, den man sich nicht entgehen lassen darf (Link zum Kommentar):

Was Deutsche und Franzosen unterscheidet: Beispiel Jobcenter

Schöner Vergleich zweier Nachrichtenmeldungen. Zitat: "Nehmen wir zuerst die Meldung aus Köln. Das dortige Jobcenter beabsichtigt in nächster Zeit 200 Mitarbeiter zu entlassen. Daraufhin sind die Mitarbeiter in einen symbolischen Streik getreten. Jetzt kommt es, die Begründung für den Streik, ist die Angst vor der Arbeitslosigkeit und vor HARTZ-IV. Diese Angst ist natürlich begründet, denn viele der Mitarbeiter wissen nur zu genau, was sie erwartet. Haben sie nicht selten selber die menschenverachtenden Gesetze gegen Hartz-IV-Empfänger durchgesetzt? Viele von ihnen sind dabei skrupellos vorgegangen. Jetzt haben sie Angst, denn wenn sie jetzt plötzlich auf der anderen Seite des Schreibtisches stehen, bekommen sie die volle Härte der Gesetze zu spüren, die sie zuvor anderen angedeihen ließen.Mit der Solidarität derer, die sie "ihre Kunden" nennen, werden sie nicht rechnen können.

Das es auch ganz anders geht, zeigen uns wieder einmal die Franzosen. Dort erklären sich die Mitarbeiter der Jobcenter solidarisch mit den Arbeitssuchenden. Sie verweigern Zwangsmaßnahmen gegen sie und weigern sich, die "soziale Polizei" zu sein, angewiesen zur Unterdrückung. Die Mitarbeiter sagen: Unsere Aufgabe ist es vor allem, den Arbeitssuchenden zu helfen, eine Beschäftigung zu finden und das erwarten die Arbeitssuchenden von uns. Aber es gibt einfach keine Arbeit für alle. Weiter sagen sie: Wir schlagen Angebote vor, wir zwingen aber Angebote nicht auf. Wir werden die Arbeitssuchenden nicht zwangsweise in kleine Kästen stecken. Wir erpressen sie auch nicht mit Streichungen.

Liebe Leser, können Sie sich so etwas bei deutschen Jobcentern vorstellen?"

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Dienstag, 7. Juni 2011

Hinweis: 18. Juni 2011 Gedenk-Demo (mit Trauermarsch) in Frankfurt am Main zum Tod Christy Schwundecks im frankfurter Jobcenter

[Update, Dienstag, 14. Juni 2011, 13:26 Uhr]

Bitte verbreitet die Nachricht an so viele wie möglich!

Der Termin ist am Samstag, den 18. Juni 2011 (Link zur Initiative.. /1/) . Die Trauer- und Protestveranstaltung findet in Frankfurt am Main statt:

  • Beginn des Trauermarsches am Hauptbahnhof: 14:00 Uhr;
  • Beginn der Kundgebung auf der Hauptwache: 16:00 Uhr.

Wer kommen mag: Musikinstrumente wie Trommeln sind erwünscht.

Bitte postet und twittert und facebookt die Nachricht, damit wir möglichst viele werden, die an der Veranstaltung teilnehmen. 

/1/ http://initiative-christy-schwundeck.blogspot.com/2011/06/info-trauermarsch-demo-am-18-juni-2011.html

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Freitag, 20. November 2009

Hartz-IV-Weihnachtsaktion

Machen Sie mit! Helfen Sie bitte bei der Hartz-IV-Weihnachtsaktion mit, möglichst allen Beziehern von Arbeitslosengeld II (ALG II) und Sozialgeld (SG) auf einfachem Wege eine Chance zu geben, deren Verarmung zu lindern. Bitte verbreiten Sie diese Information!

Also, worum geht es in der Hartz-IV-Weihnachtsaktion genau? Es geht darum, die Chance zu nutzen, die eine bereits in der Verhandlung befindliche Verfassungsklage bietet. Entscheidet das Bundesverfassungsgericht zugunsten des Antragstellers, hat das Auswirkungen auf die Bezieher von ALG II (Hartz IV) und auch SG! Das wäre insoweit aber nur für zukünftige Sozialleistungen richtig, nicht aber für die, die in der Vergangenheit geleistet wurden!

Und genau hier setzt die Hartz-IV-Weihnachtsaktion an:

Die Hartz-IV-Weihnachtsaktion soll Leistungsbeziehern rückwirkend einen zusätzlichen Leistungsanspruch erlauben, sollte sich das Bundesverfassungsgericht in der Urteilsverkündung zugunsten des Antragstellers Thomas Kallay äußern. Konkret heißt das, man muß sich selbst darum kümmern - gegen Leistungsbescheide, bei denen noch Widerspruch zulässig ist, reicht man Widerspruch ein. Ist kein Widerspruch mehr zulässig, reicht man einen sogenannten Überprüfungsantrag für die (älteren) Leistungsbescheide ein. Leistungsbescheide sind meines Wissens nicht nur die Bewilligungs-, sondern auch die Änderungsbescheide.

Man muß sich aber darüber im Klaren sein, dass viele ARGEn/Optionskommunen (aus Schikane) Ablehnungsbescheide verschicken. Einem abgelehnten Überprüfungsantrag folgt ein Widerspruch. Einem abgelehnten Widerspruch folgt die Klage beim Sozialgericht. In der Regel landet man vor dem Sozialgericht, leider. Die Behörden bauen darauf, dass man diesen Weg nicht geht (Schikane?). Aber das Verfahren ist kostenfrei. Und ein Anwaltszwang besteht nicht.

Das Ausfüllen der Schriftstücke ist relativ leicht. Hierzu gibt es entsprechende Mustertexte zum Herunterladen. Alternative Mustertexte (direkte Downloadlinks):

Wichtiger Hinweis: Wer im neuen Jahr erst seinen Antrag stellt, verliert aufgrund der Verjährungsfrist von vier Jahren mit Sicherheit einen Teil der Erstattung vorenthaltener Geldleistungen, sollte vor vier Jahren ALG II oder SG bezogen worden sein. Ganz sicher erlischt jeglicher rückwirkende Anspruch am Tage der Urteilsverkündung, sollte man bis dahin seinen Anspruch geltend gemacht haben. Das Bundesverfassungsgericht muß nicht im nächsten Jahr entscheiden, sondern könnte irgendwann vor dem Jahreswechsel sein Urteil verkünden (laut T. Kallay). Nochmal: Es gibt keine Garantie, dass das Urteil im neuen Jahr verkündet wird. Eile ist folglich geboten.

Wenn man sich im Unklaren über die Erfolgsaussichten ist, sollte man sich T. Kallays Kommentar durchlesen. Es bestehen wirklich berechtigte Hoffnungen, dass das Bundesverfassungsgericht der Klage stattgeben wird.

Für letzte Zweifler: Die "zusätzliche" Zahlung im Erfolgsfall ist nicht auf die Leistung anzurechnen.

Dieser Text stellt keine Rechtsberatung dar, sondern gibt nur meine Meinung wieder. Bitte wenden Sie sich an entsprechende Initiativen und Einrichtungen oder nehmen Sie mit einem wirklich (!) fachlich versierten Anwalt Kontakt auf (nicht jeder Anwalt ist geeignet!!!). Man kann sich als Hartz-IV-Empfänger Beratungskostenbeihilfe sichern (In Hessen: Amtsgericht), wenn man meint, zu einem Rechtsanwalt gehen zu müssen.

Empfehlenswerte Internetforen, in denen man Antwort auf Fragen zu Hartz IV bekommt:

Die Liste ist rein persönlich, also absolut willkürlich und erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Besonders tiefen Respekt möchte ich Martin Behrsing und seinen Mitstreitern, den Tacheles-Machern, Erwin Denzler und Thomas Kallay für ihre Mühe, Engagement und die vielen aufopferungsvollen Stunden zollen, die sie sicherlich ganz gut anders hätten nutzen können.

Bitte verbreiten Sie diese Information. In diesem Sinne möchte ich abschließend noch Thomas Kallay mit einem Spruch zitieren: "Wehrt Euch Leute! Nur Mut, denn es lohnt sich!"[Nachtrag, 25. Nov. 2009, ca. 22:00 Uhr: Der Text, auf den der Link verweist, wurde von Tacheles e.V. hopps genommen, warum auch immer (?). Der Google-Cache hilft (noch). Ansonsten: Freunde können von mir privat den Text als pdf-Datei zugeschickt bekommen.]

[Nachtrag, 25. Nov. 2009, 23:35 Uhr: Harald Thomé im Interview.]

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