Hat eine Art wie der Riesenalk an Bestand verloren, kommt es immer zu folgender kapitalistischer, marktkonformer Dynamik: Durch die Verknappung werden die Riesenalks (als Trophäen, Präparate, Sammlerstücke...) immer wertvoller. Desto weniger Exemplare einer Art, desto wertvoller dann die Trophäe. So geschah es dann, dass die besonders wertvollen und letzten lebenden Exemplare wegen ihres enormen Marktwertes abgeknallt wurden. Das ist das Riesenalk-Problem des Kapitalismus.
Wenn Sie für freies Privateigentum sind bei der vorherrschenden Kapitalanhäufung, dann sind Sie letztendlich auch für Sklaverei und Leibeigenschaft; ob versteckt oder offen, dass sei offen gelassen. Das müssten Sie wissen. Ohne soziale Bindung ist das sogenannte freie Privateigentum im Sinne Friedrich Märzs und seiner Konsorten nämlich Gift für jedes Gemeinwohl.

Ein schönes Bild, aber:
AntwortenLöschenDer tödliche Faktor für den Riesenalk war die industrialisierte Ausbeutung durch die Federbetten-Industrie. Nachdem die Eiderenten damals bis zur Unwirtschaftlichkeit ausgebeutet und dezimiert worden waren, nahm man die Riesenalke als "Ersatz" her.
Ein weiterer, minderer Faktor war die Ausbeutung der Riesenalk-Kolonien als Bordverpflegung, Brennstoff durch die globalisierte Fischerei/Walfang-Wirtschaft der entwickelten Staaten (Europa/Nordamerika).
So gesehen gab es ein sehr dramatisches Kapitalismus-Problem des Riesenalks, - und weniger umgekehrt. Auch wenn das Bild besticht :-)
Der hier beschriebene "Riesenalk-Effekt" durch den Ehrgeiz v.a. europäischer Zoologen/Museen spielte für die Ausrottung kaum mehr als eine literarische Rolle.
Der Kulturschock, den diese Ausrottung auslöste, hat entscheidend zum Aufbau des Seevogelschutzes und des Naturschutzes allgemein beigetragen, - dem u.a. z.B. das Überleben der Pinguine zu verdanken ist.
Interessant ist, daß dieser Kulturschock darauf zurückzuführen ist, daß hier erstmals ein europäisches Tier durch den rücksichtslosen Raubbau ausgerottet worden war.
Interessant ist ferner, daß als "Schuldige" für die Ausrottung gewöhnlich eben nicht die Federbetten-Industrie, sondern drei arme isländische Fischer und ein paar Ornithologen präsentiert werden.
Hallo George,
AntwortenLöschenDanke für Deine - akademische - Ergänzung. Politische Aussagen sind häufig dann am wirkungvollsten, wenn sie überspitzt und damit leider auch nicht mehr 100% richtig sind.
Bitte schildere (allg.: schildert) das Riesenalkproblem genau so , wie ich es dargestellt habe:
Erstens: Daß irgendeine (anonymisierte) Industrie irgendwo irgendein Tier ausrottet, das passiert, wen interessiert das schon? Verstehst Du, George?
Zweitens: Daß aber einzelne Bürger aus der bürgerlichen Oberschicht den letzten verbliebenen Tieren den Rest gegeben haben, ist eine klare unmittelbare Zuordnung, die sich auch emotional direkt (!), also unmittelbar, rüberbringen läßt.
Daß das Bürgertum schon zuvor die Ausrottung via kapitalistisch-industrieller Ausbeutung betrieben hat, ist für eine emotionale Aufnahme leider etwas zu kompliziert, lieber George! Bitte, bleib bei "meiner " Version.