Dienstag, 26. Juli 2011

Todesschuß-Jobcenter in Frankfurt am Main soll geschlossen werden

Nachfolgend eine Presseerklärung von Dominike Pauli, Fraktionvorsitzende der Partei Die Linke. im Frankfurter Römer. Die Pressemitteilung handelt davon, dass nach den Todesschüssen in der Mainzer Landstr. das dortige Jobcenter geschlossen werden soll.

Bevor Sie die Presseerklärung lesen, erlauben Sie mir eine Vorbemerkung als Einstimmung auf den Text Dominike Paulis: Wenn man die Maßstäbe anlegt, die die Betreiber des Jobcenters zur Schließung veranlassen, und das kann nur die Erschießung Christy Schwundecks sein, dann müßte man aufgrund der bisherigen Vorfälle in Afghanistan die Bundeswehr aus Afghanistan bereits abgezogen haben, oder nicht?

Hier jetzt der Text:
Schließung ist der falsche Weg
Frankfurt am Main, 26. Juli 2011

„Die Jobcenter-Leitung geht genau den falschen Weg, wenn sie die Schließung der Jobcenter-Außenstelle in der Mainzer Landstraße plant.“, sagt Dominike Pauli, Fraktionsvorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der Linken im Römer.
In dieser Außenstelle des Jobcenters, in der Obdachlose, Drogenabhängige und psychisch kranke Menschen betreut werden, war es vor wenigen Wochen zu einer Auseinandersetzung zwischen einer Leistungsbezieherin und der Polizei mit tödlichem Ausgang gekommen. Nach einer Messerattacke gegen einen Polizisten erschoss dessen Kollegin die junge Frau.

„Dieses schreckliche Ereignis zeigt einmal mehr und leider besonders drastisch auf die Fehler der Hartz-IV-Gesetzgebung, die ohne Rücksicht auf die individuellen Belange nur zum Ziel hat, Menschen möglichst kostengünstig irgendwie mit einem Minimum zu versorgen. Aber Menschen mit derartig spezifischen Problemen bedürfen keiner Arbeitsvermittlung, sondern benötigen intensive Unterstützung. So war es folgerichtig, eine besondere Einrichtung zu schaffen, die sich diesem Personenkreis widmet.

Wir bemängeln allerdings die mangelnde personelle Ausstattung. Es sind zurzeit nur 1,8 persönliche AnsprechpartnerInnen (PAP’s) im Einsatz. Es fehlt an Fallsupervisionen, Motivation der MitarbeiterInnen und leistungsgerechter Bezahlung für diese schwierige Aufgabenstellung. Wenn jetzt die Polizei Kritik an der räumlichen Ausstattung übt, darf dies nicht dazu führen die Außenstelle zu schließen und dieses schwierige Klientel auf alle Jobcenter zu verteilen, und damit nicht nur die betroffenen Menschen sondern auch die Mitarbeiter des Jobcenters im Stich zu lassen. Ein Problem nur einfach auf möglichst viele Stellen zu verteilen ist keine Lösung. Im Gegenteil, das schafft massive Probleme in den anderen Jobcentern, die ja auch für ihre bisherige Klientel schon unzureichend ausgestatten sind.
Daher muss es Ziel sein, geeignete Räume und eine ausreichende personelle Ausstattung für diesen Personenkreis bereit zu stellen. DIE LINKE. im Römer fordert konzeptionelle Verbesserungen statt organisatorischer Schnellschüsse.“

Kontakt:
Dominike Pauli, 0179 / 529 30 98

1 Kommentar:

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