Dienstag, 25. November 2014

Hat die TAZ Blockupy nicht verstanden?

taz-Meldung vom 23. November 2014

Zumindest Martin Kaul, ein taz-Redakteur, hat Blockupy nicht verstanden. Er hält den Blockupy-Aktivisten vor, sie hätten ihr Farb-Spektrum nicht erweitert:
Dennoch ist es in politischer Hinsicht nicht gelungen, das Farb-Spektrum innerhalb Deutschlands in merklicher Weise zu vergrößern. Ein Beispiel: Die Grüne Jugend spielt beispielsweise keine allzu besondere Rolle, von der hessischen SPD ist zwar Andrea Ypsilanti regelmäßig zur Stelle, darüber hinaus jedoch keine besonders weiten Kreise aus der Sozialdemokratie. 
Meine Güte, Martin, könnte man zu meinen mögen, weißt Du nicht vom Neoliberalismus-grau der neoliberalen Parteien im Deutschen Bundestag? Das einzige nicht-neoliberale Farbtupferl dort sind die Linken (noch). Die Linken repräsentieren sozusagen die einzige nichtgraue Partei im Deutschen Bundestag. Im Gegensatz zu Martin und seine vermutlich meist grüne Leserschaft sind diese nicht neoliberal, sonder eher antikapitalistisch (zumindest teilweise). Antikapitalistisch zu sein und das Anhängen der neoliberalen Ideologie schließen sich aus. Es sind sozusagen Gegensätze.

Und ein antikapitalistisches Bündnis neoliberal öffnen zu wollen? Wie seicht muß man im Hirn sein, um so etwas zu schreiben, wenn auch nur verklausuliert? Warum zielt Martin auf die Grüne Jugend und die hessische SPD? Die politische Ermordung von Andrea Ypsilanti (SPD) durch die eigene Partei, schon vergessen? Vielmehr: Attac, die Linke, das ist doch schon mal was. Es müssen nicht Parteien sein, und schon gar nicht neoliberale bürgerliche Parteien. Auf der linken Seite gibt es ein schön schillerndes Regenbogen-Farbspektrum. Wäre es nicht angezeigt, dass sich Martin endlich hier nur ein klein wenig fortbildet und seinen politischen Horizont erweitert? Das ist von einem Politik-Redakteur, der mit der Zeit gehen will, sicherlich nicht zuviel verlangt.

Anscheinend gibt es finanzielle Abhängigkeiten, denen man sich gerne beugt. So finden wir rechts neben dem Text Werbung für die Grünen, wie entlarvend. Niemand wird hier widersprechen, wenn wir die Auffassung vertreten, dass die taz dem politischen Umfeld der Grünen zuzurechnen ist. Dieser taz-Artikel, einmal mehr billige Meinungsmache, die sich hier journalistisch verkleidet.

»40 Jahre DDR-Zwangsdoping« finde ich sehr spannend. Ich gehe 'mal davon aus, dass die Grünen den DDR-Sport meinen. Die Grünen hätten diesen Satz politisch und selbstkritisch in leicht geänderter Form bringen sollen. Das wäre dann substanziell ein Schritt in Richtung politische Ehrlichkeit:

Die Grünen - eine selbstkritische Reflexion
40 Jahren BRD-Zwangdopings

Bleibt für mich festzuhalten, der taz-Artikel Martin Kauls ist ein typisches Lehrbeispiel Deutschen Gesinnungsjournalismus. Gegenöffentlichkeit - im Sinne einer Politik, wie sie die Grünen in ihren Gründungstagen einst teilweise betrieben, ist das jedenfalls nicht.

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