Mittwoch, 25. August 2010

Meinungsmache-Neusprech: PPP - Wie PPP bei wikipedia.de dargestellt wird

Also, eines vorab, der Begriff PPP ist nicht gesetzlich definiert. Wenn wir nicht weiter wissen, was machen wir? Wir schlagen nach, bei wikipedia.de - Wo sonst? Und begeben uns in die Auftraggeberfalle: Man muß nämlich wissen, daß der inzwischen enorme Stellenwert von wikipedia.de eine große Anzahl unfreier Bezahltschreiberlinge beschert. Diese Schreiberlinge sondern ein ätzendes Zeilensekret ab, welches unser deutscher Konsumismus-Superdepp intelligenzfrei und schmerzbefreit - also ohne Manipulationsverletzungen verspürend - absorbiert.

Schauen wir doch bitte einmal nach, was wir im entsprechenden Text bei wikipedia.de denn so konkret vorfinden [Stand 28.Juni 2010]:

Dort heißt es: "Im weiteren Sinn steht der Begriff auch für andere Arten des kooperativen Zusammenwirkens von Hoheitsträgern mit privaten Wirtschaftssubjekten". Genaues erfährt man nicht, wohin der "weitere Sinn" eigentlich zielt. Gern hätte ich außerdem gewußt, was der Schreiberling mit "anderen Arten" so meint. Damit nicht genug, die Schwafelei geht weiter. Schreibt der Schreiberling doch vom "kooperativen Zusammenwirken von Hoheitsträgern und Wirtschaftssubjekten". Das mit den Hoheitsträgern und Wirtschaftssubjekten liest sich wie BWL, drittes Semester, also schon etwas wissenschaftlicher. Dennoch, das rettet den Satz, der mit "anderen Arten" bereits unkonkret schwer angeschlagen ist, auch nicht. Das "kooperative Zusammenwirken" versetzt dem Satz dann das finale Knock Out mit maximaler Wucht an nicht-konkreter Schwafeligkeit. Meint der Schreiberling damit vielleicht extrem langzeitige Verträge, die die sogenannten Hoheitsträger realitär benachteiligen? Aber nicht doch, soviel Wahrheit geht nicht, bleiben wir als Schreiberling dann doch lieber im nichtssagend-Ungefähren. Um es jetzt auf den Punkt zu bringen, der hintere Satzteil ist ein schönklingendes Füllsel, das den vorderen Teil zu relativieren versucht. Aus Lobbyistensicht ergibt das "Relativieren" des vorderen durch den hinteren Satzteil einen klaren Sinn: Schließlich gilt es, die trotz aller Schreibkunst nicht gänzlich weiche "PPP-Definition" schön weich zu spülen. Der ganze Satz hat aus meiner Sicht bestenfalls die Funktion einer klassischen Nebelkerze, ist aber eher Propaganda in Reinform - modernes Lobbyisten-Neusprech eben.

"..., wenn die Partner ihre unterschiedlichen Stärken einsetzen", heißt es dort weiter. Schön wär's! Die Realität ist aber eine andere. Das ist bestes Orwellsches Neusprech. Wenn ein Großunternehmen der Konzern-Oligarchie lokale kommunale Aufgaben, Dienstleistungen, übernimmt, dann sollte man gewissenhaft hinterfragen, inwieweit sich so ein Vorhaben bislang für eine Kommune überhaupt einmal gerechnet hat. Mir persönlich ist jedenfalls kein Beispiel bekannt, das sich für eine Kommune gerechnet hat. Und warum der vier-Schulen-PPP-Revisionsbericht des Revisionsamtes der Stadt Frankfurt der Öffentlichkeit tunlichst vorenthalten wird, spricht doch Bände, oder?

Wenn Sie sich über PPP informieren möchten, DIE LINKE. Duisburg hat eine sehr lesenswerte und herunterladbare Broschüre mit dem Titel "Geldsegen oder Millionengrab" veröffentlicht. Hier ein noch ein Sammellink meiner Texte zum Thema Öffentliche Private Partnerschaft (ÖPP = PPP).

So, das wär's für heute zum Thema PPP - wird fortgesetzt...

Kommentare:

  1. Richtig schön pseudoobjektiv, der Wikipediartikel; es gibt aber bereits eine Diskussion darum, zu der ihr vielleicht auch was beitragen könnt? Apropos: Wirds Euren Stand auf dem Rotlintstraßenfest geben? Und könnten wir da gegebenenfalls ein plaar Flyer der FGZ auslegen?

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  2. Hallo Bert,

    Zunächst vielen Dank für Deinen Kommentar.

    Das ist übrigens mein persönliches Blog und nicht der von einer Organisation. Du mußt Deine Fragen schon noch an eine Organisation richten, die einen Stand bei dem Grünen-Rotlintstraßenfest hat. Außer dem: Solche Fragen sind besser in einer E-Mail aufgehoben, meinst Du nicht auch?

    Zur Diskussion speziell zu dem Wikipedia-Eintrag: Einen Link hättest Du in Deinem Kommentar setzen können, oder?

    Grüße nach Bockenheim
    Bernhard

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