Freitag, 22. Januar 2010

Schadensersatz wegen vorinstalliertem Windows

Vorbemerkungen: Aktuell wird vom Gebrauch des Microsoft Internet Explorers , der einem beim Kauf eines PC mit vorinstalliertem Microsoft-Betriebssystems mitgeliefert wird, abgeraten. Und wer einen Apple Computer kauft, der muß wissen, dass die Ersatzteile im Falle einer Reparatur Monopolpreise sind. Manch vormaliger Applefan spricht sogar von Mondpreisen.

Genug der Vorworte, lassen Sie uns bitte jetzt gemeinsam den Blogartikel von Jochen Hoff lesen:


Von Jochen Hoff | Duckhome, 20. Januar 2010 (urheberrechtliches bitte beim Autor erfragen)

Schadensersatz wegen vorinstalliertem Windows

Wer hat sich noch nicht geärgert, wenn er neben einem Computer jedes Mal ein extra Windows mitkaufen muss. Dieser Versuch eines Betriebssystems war in vielen seiner Ausführungen einfach nicht einsetzbar oder wurde nicht gebraucht, weil genügend Lizenzen vorlagen. Trotzdem musste immer wieder neu bezahlt werden. Meist gab es dann nur eine abgespeckte Version ohne eigene CD, die über sogenannte Recovery CD's laut Lizenzvertrag auch nur auf diesem einen Rechner benutzt werden durfte.

Selbstverständlich fanden sich schnell findige Leute, die aus einer solchen CD auch ein Vollsystem generieren konnten, aber spätestens dann war man auf einem zumindest juristisch fragwürdigen Seitenarm. Wenn man dann noch weiß, dass es bei Microsoft kaum gangbare Update Strategien gibt, dann ist dieser Zwangsverkauf von Windows mit den Systemen zumindest ein Ärgernis und manchmal auch nahe an einem Betrug, wenn so mit alten Systemvarianten noch schnell Umsatz generiert werden soll.

Zwar kann man man einwenden, dass Microsoft bei solchen Totalausfällen wie Vista, ein Update auf die neueste Version kostenlos angeboten hat, was aber nur der absoluten Unbrauchbarkeit von Vista zu verdanken war. Daraus etwa ableiten zu wollen, das man in Redmond Vernunft angenommen hätte, wäre wohl ein grundsätzlicher Denkfehler.

Dies hat jetzt auch die Verbraucherschutzorganisation Aduc in Italien erkannt und bereitet eine Sammelklage gegen Microsoft vor, deren Sinn es ist, dass all die Leute, die gegen ihren Willen mit Windows im Zusammenhang mit einem neuen Computer beglückt werden, eine Entschädigung erhalten. Dies wäre eine hervorragende Lösung, die auch in anderen Staaten Europas angestrebt werden sollte.

Die scheinbare Dreingabe von Windows verzerrt nämlich den Wettbewerb und positioniert ein Betriebssystem weit vorne, weil es eben da ist. Es verhindert aber auch gleichzeitig die Entwicklung von besseren Computern, weil es für die Hersteller ausreicht, wenn ein Computer mit dem aktuellen Windows einigermaßen schmerzfrei läuft, auch wenn er dabei weit hinter den aktuellen Möglichkeiten zurückbleibt.

Es spricht übrigens nichts dagegen Windows auf einem Rechner zu verwenden. Nur muss dies zu einer bewussten Entscheidung werden und dazu ist es erforderlich, dass die Kosten für Windows, demjenigen der es kauft, auch über einen offenen Kaufpreis bewusst werden. Den relativ hohen Preis für Windows in der Hardware zu verstecken ist keine faire Lösung. Es ist allerdings die einzige Lösung mit der Windows dauerhaft überleben kann.

Ein Windows 7 Professional 64 Bit OEM kostet heute 114 Euro und ein Windows 7 Home Premium 64 Bit OEM kostet heute 77,95 Euro bei Amazon. Eine Vielzahl von Linux-Systemen kostet nur den Download und selbst wenn man Ubuntu als Doppel DVD mit Handbuch erwerben will, liegt man bei 14,95 Euro. Wie würde sich wohl die Mehrheit der Benutzer entscheiden, wenn das Betriebssystem bezahlt werden müsste. Die Antwort ist einfach.

Microsoft müsste erheblich mit den Preisen herunter und sich völlig anders verhalten. Es entstünde Wettbewerb den es heute nicht gibt. Aber gerade in einer Spitzentechnologie wie dem Betriebssystem muss es Wettbewerb geben, damit Fortschritte erzielt werden können.

Der Fall bei Apple liegt übrigens anders. Die liefern ihr Betriebssystem nur mit ihrer Hardware. Das kann man akzeptieren und bei den Preisen von Apple weiß man auch, dass für das Betriebssystem ein fairer Preis eingerechnet ist. Microsoft lässt sein Betriebssystem von den Leuten subventionieren, die es nicht brauchen oder sogar nicht haben wollen. Dieser Zustand muss beendet werden.

- Erstveröffentlicht bei Duckhome am 20. Januar 2010 -

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